Dienstag, 20. August 2013

[Rezension] Warren Fahy - Biosphere





Die zweite Evolution hat für Menschen keinen Platz. Der Luxusliner «Trident» befährt den Südpazifik, an Bord eine Filmcrew und Naturwissenschaftler. Man ist dabei, die Reality-Show «Sea Life» zu filmen. Plötzlich erreicht ein Hilferuf das Schiff. Er kommt von einem nebelverhangenen Felseneiland. Doch die Insel ist mitnichten harmlos. Flora und Fauna haben sich hier über Jahrtausende hinweg evolutionstechnisch optimiert. Sie wissen sich gegen die Eindringlinge zu wehren. Auf schreckliche Weise. Nicht auszudenken, was geschieht, wenn eines der Lebewesen die Insel verlässt ...





Rezension:

Die Trident, ein Schiff mit Filmcrew und einer Besatzung von Biologen, entdeckt aufgrund eines unbekannten Notsignals eine unerforschte Insel. Sofort geht die Crew mit ihren Kameras an Land und eine Katastrophe geschieht. Nur 2 Personen gelingt es, die Insel lebend zu verlassen, denn, was sich auf der Insel bisher ohne menschlichen Einfluss entwickelt hat, ist unvorstellbar wild und gefräßig. 

Die dramatische Ausstrahlung im TV holt natürlich die NSA auf den Plan, die versucht, das Ganze zu vertuschen. Vor Ort versuchen die Wissenschaftler in hermetisch abgeriegelten Laboren, die Flora und Fauna der Insel zu erforschen. Doch irgendwann müssen sie feststellen, dass die Bewohner der Insel zur gefährlich sind, um auch nur ein Lebewesen von dieser Insel zu retten. Sie haben einen unbändigen Selbsterhaltungsmechanismus entwickelt, der sämtliches Leben auf der Erde vernichten würde. 

Der Präsident der Vereinigten Staaten gibt daraufhin den Befehl, die Insel mit einem atomaren Schlag zu vernichten. Doch fast zeitgleich entdeckt ein engerer Kreis von Wissenschaftlern, der die Insel noch nicht aufgeben will, eine bisher unerforschte Art, die anders zu sein scheint und setzt alles daran, diese Rasse von der Insel zu retten. 

Warren Fahy hat mit diesem Buch ein interessantes Thema aufgegriffen, das gar nicht so undenkbar wäre. 

Der Leser merkt, dass Fahy sich sehr viel über sämtliche wissenschaftliche Zweige informiert haben muss. Die Erklärungen sind sehr komplex und biologisch fundiert. Ich selbst hatte so das ein oder andere Mal meine Probleme zu folgen, obwohl ich im Biologie-Leistungskurs war. Bemerkenswert waren auch die im Buch integrierten Zeichnungen, die die wichtigsten Rassen von Henders Island aufzeigen. Am Ende des Buches finden sich dazu sogar noch einmal genauere anatomische und biologische Erläuterungen zu diesen Rassen. Eine tolle Idee! 

Einen Punkt abziehen muss ich leider für die vielen, vielen Charaktere, mit denen Fahy den Leser konfrontiert. Es gibt zwar einen Grundstamm an wichtigen Personen, aber auch da musste man erst einmal durchsteigen. Nicht selten musste ich zurückblättern und lesen, wer dieser und jener eigentlich war. 

Durch die vielen Charaktere und die wissenschaftlichen Informationen verliert das Buch leider etwas an Spannung. Auf den letzten 100 Seiten nimmt die Geschichte plötzlich ungeahnte Fahrt auf, als die Wissenschaftler eine unbekannte, scheinbar friedliche Rasse entdecken. Ich verschlang die letzten Seiten regelrecht und frage mich, warum Fahy mit dieser Entwicklung so lange gewartet hat. Die Neuentdeckung hätte die Story ungemein aufgepeppt, wenn sie schon früher in Erscheinung getreten wäre. Hier fand ich es z.B. auch schade, dass zu dieser Rasse keine Zeichnung vorhanden war. 

Fahy lässt uns mit einem offenen Ende zurück, das die Möglichkeit für einen weiteren Teil bietet. Aber auch ohne diesen ist die Story in sich abgeschlossen. Und wahrscheinlich wählt Fahy das offene Ende zurecht. 


Fazit: 

Ein gelungenes Buch mit einer grandiosen Idee. Wer biologisch nicht interessiert ist, sollte die Finger davon lassen. Sonst wird es nur frustig. 

Ich fand es interessant, würde aber trotzdem keine 100%-ige Leseempfehlung aussprechen.


Hier kaufen: Biosphere  



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