Dienstag, 12. November 2013

[Rezension] Bernhard Giersche - Das letzte Sandkorn




»Du hast zehn Tage Zeit, die Welt zu retten, bevor ich sie zertrete mit allem Gewürm darauf. Zehn Tage und Nächte gebe ich Dir, Dir alleine, um die Welt zu retten. Nutze sie oder vergehe zusammen mit allen anderen Deiner Art.«

Alle Menschen auf der Erde erhalten zur gleichen Sekunde die gleiche Botschaft. Und jeder wird zum Retter der Welt. Augenblicklich brechen alle Gesellschaften auf dem Erdball zusammen, denn jeder Mensch wird zum alleinig auserkorenen göttlichen Werkzeug und jedes menschliche Individuum findet die Ursache von Gottes Zorn woanders. 
Und sie handeln so, wie Menschen stets handeln.
Nur Wenige werden den zehnten Tag erleben. 

Aber wird es einen elften Tag geben?


Zunächst einmal vielen lieben Dank an Bernhard, dass ich bei der Leserunde dabei sein durfte. Die regen Diskussionen haben viel Spaß gemacht. 


Rezension:

Was würdest du tun, wenn Gott dir den Auftrag gibt, innerhalb von 10 Tagen die Welt zu retten? Und dir ankündigt, wenn du es nicht schaffst, dich und all die anderen Bewohner der Erde auszulöschen? 
Genau dieses Ultimatum erhalten die Menschen in diesem Buch. Ein jeder reagiert anders, viele aber ähnlich. Aber welcher Weg ist der Richtige? 

___
Das Cover zeigt eine riesige Sanduhr auf der Weltkugel. Man erkennt, dass die letzten Sandkörnchen bereits durchgefallen sind. Ein aussagekräftigeres Cover hätte man nicht wählen können. 

Man begleitet in dem Buch mehrere Protagonisten auf der Reise durch das Chaos, das Gott/Jahwe/Buddha/Manitu/o.ä. mit seinem Auftrag angerichtet hat. Jeder Mensch auf der Erde bekommt diesen Auftrag und ein jeder deutet ihn anders. 
Der Leser begleitet Adam, den einzigen Ich-Erzähler mit dem Baby Tomate - Fred, der Narzisstisch-Schizophrene mit der blinden Brigitta - Laurenz Beck, den Versicherungsangestellten - Evelyn, die ihr Gedächtnis verliert - und Gregor und Agnes, das greise Lehrer-Pärchen. Immer wieder wechseln die Geschehnisse von einer Person zur anderen, wobei Herr Giersche nicht mit festgefahrenen Kapiteln arbeitet. Irgendwann verbinden sich die einzelnen Erzählstränge miteinander, was für mich ein sehr spannendes Element ist. Adam z.B. lernt man gleich zu Anfang kennen, wobei Gregor und Agnes erst zum Schluss auftreten. 

Die Protagonisten besitzen, ein jeder für sich, ihren eigenen Charakter und Wesenszug. Alle sind liebevoll gestaltet. 

Die Erzählweise ist anspruchsvoll und das Gelesene plätschert nicht dahin, sondern man muss sich als Leser durchaus Gedanken über den Inhalt machen. Das stellte für mich eine gelungene Abwechslung zum sonstigen Lesealltag dar. 

Wer in diesem Buch actiongeladene Szenen erwartet, der ist hier allerdings an der falschen Adresse. Ab und an gibt es die ein oder andere nervenaufreibendere Sequenz, aber grundsätzlich lebt das Buch von den detailierten, nahezu ruhigen Erzählmomenten. Auch der Humor kommt trotz des Themas nicht zu kurz - er schleicht sich von hinten an und überrumpelt einen des öfteren unerwartet. :-D

Das Ende ist in der Art und Weise nicht vorhersehbar für mich gewesen und hat mich sehr nachdenklich zurück gelassen. So wird auch das Buch noch lange in meinem Gedächtnis nachhallen.


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