Freitag, 21. Februar 2014

[Rezension] Rachel Ward - Drowning, Tödliches Element




Er kommt zu sich. Ein Tropfen trifft sein linkes Auge. Dann schießt Regen aus dem grauen Himmel. Er dreht den Kopf zur Seite, spuckt Schlamm und Kies aus, entdeckt ein Gesicht, wenige Meter entfernt. Haare kleben wie dünne Schlangen auf der Stirn. Aus dem Mundwinkel rinnt Wasser. Bleiche Haut, dreckverschmiert, geschlossene Augen. Es ist sein eigenes Gesicht! Als Carl aufwacht, ist Rob tot. Doch Carl kann sich an nichts erinnern. Nicht, wie sein Bruder ertrunken ist, oder warum sie an dem See waren und auch nicht, weshalb Neisha, die offensichtlich bei ihnen war, Todesangst vor ihm hat. Er weiß nur, dass er herausfinden muss, was passiert ist. Bevor vollendet wird, was an jenem Tag begann.


Rezension:

Carl wird aus dem See gerettet. Neben ihm ein Leichensack, der gerade geschlossen wird. Darin: Sein Bruder Rob. Bloß, was ist geschehen? 
Nur langsam kehren die Erinnungsstücke in Carls Gedächtnis zurück. Auch Neisha, die ebenfalls fast im See ertrunken wäre, hilft ihm Antworten zu finden. 
Doch was stimmt nicht mit Carl? Warum sieht er überall seinen toten Bruder Rob? Sind es Gewissensbisse, weil er sich schuldig für Robs Tot fühlt oder ist die geisterhafte Erscheinung wirklich da? Eine Erscheinung aus dem Jenseits, die zu Ende bringen will, was sie damals im See nicht geschafft hat. 

___
Das Cover ist schlicht gehalten. Es zeigt dunkles Wasser - das Hauptelement dieser Geschichte. Der Titel "Drowning" versinkt etwas im Wasser, was dem Cover eine zusätzliche Unheimlichkeit verleiht. 

Der Hauptprotagonist ist Carl Adams. Durch den Vorfall im See hat er sein Gedächtnis verloren und nur langsam kehrt die Erinnerung an den schrecklichen Tag zurück. Stück für Stück kommt er der Lösung näher. Dabei hilft ihm auch Neisha, in die er unsterblich verliebt ist und die eigentlich Robs Freundin war. 
Außerdem sieht er überall seinen toten Bruder - Rob verfolgt ihn auf Schritt und Tritt, flüstert ihm zu, droht ihm. Er versucht zu ergründen, was Rob von ihm will und stößt dabei an seine psychischen Grenzen. Und immer wieder wird er mit Wasser konfrontiert. Es ist überall und raubt ihm den letzten Nerv. 

Rachel Ward schreibt in der ersten Person. Sie verwendet häufig kurze Sätze, die die Unsicherheit von Carl super unterstreichen. Man kann dem Geschehen durch ihre Schreibweise gut folgen. 

Die Autorin schafft es, mit stilistischen Elementen, die Angst vor dem Wasser zu schüren und eine bedrückende Atmosphäre zu erzeugen. 
Auch das Erscheinen des toten Bruders Rob erweckt im Leser eine Gänsehaut, weil man sich immer fragt: Ist er wirklich da oder bildet sich Carl alles nur ein, weil er sich schuldig fühlt? 

Auf den letzten paar Seiten steigt die Spannung noch einmal und das Element Wasser nimmt den Leser vollständig ein. Das Ende ist wundervoll und hat mir gut gefallen. 

Fazit: Eine mystische Geschichte über die Ängste eines Teenagers und den Kampf mit ihnen, um sich und seine große Liebe zu retten.


1 Kommentar:

  1. Das SUB zur Zeit noch etwas bei mir rum, hihi.
    Werde es aber alsbald befreien, nach deiner Beurteilung nun.

    LG..Karin..

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über eure Kommentare!

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Meine aktuellsten Rezensionen