Dienstag, 4. März 2014

[Rezension] Matthias Meyer Lutterloh - Sokrates Lieyes



Ein skrupelloser Serienkiller namens Sokrates, der seine Morde mit einer neuartigen High-Tech-Cyberbrille aufzeichnet und online veröffentlicht. Ein innovativer Journalist, der gegen seinen Willen zum mörderischen Komplizen wird. Eine hochintelligente FBI-Agentin, die gezwungen wird, den Journalisten und einen Verdächtigen an ihren Recherchen teilhaben zu lassen und diese sonst immer so geheimen Nachforschungen online und in Realtime mit Abermillionen von Zuschauern zu teilen. 

Vielen Dank zunächst an Matthias für die tolle Leserunde und die Möglichkeit, dass ich daran teilnehmen durfte. Diese war bisher die beste Leserunde, die ich hatte - nicht zuletzt wegen Matthias, der immer auf die Kommentare seiner Leser eingegangen ist.


Meine Rezension:

Alles fängt mit einem Banküberfall an. Die Situation in der Bank ist angespannt - und eskaliert. 3 Jahre später - der Journalist Troy Turner, der beim Banküberfall live vor Ort war, nutzt dies medienwirksam aus und lässt 3 Jahre später eine überaus realistische Sondersendung dazu ausstrahlen.

Dabei hat er die Rechnung ohne Sokrates gemacht, denn dieser nutzt das Internet, um unmenschliche Morde auszustrahlen - eine Reaktion auf die TV-Ausstrahlung? Dabei führt er das FBI und allen voran die Chefermittlerin Messine Okeanos an der Nase herum. Die Situation scheint zu eskalieren und Sokrates schreckt vor nichts zurück.

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Das Cover zeigt eine Cyberbrille, von der das Blut tropft. Diese sogenannten Cyberbrillen spielen in dem Buch eine große Rolle, da diese scheinbar den einzigen Kontakt zu Sokrates und seinen Opfer darstellen. In der Cyberbrille spiegelt sich eine Frau, die offensichtlich malträtiert wurde. 
Das Cover spielt nicht mit übermäßiger Farbwahl, sondern verwendet ein aussagekräftiges Rot, das hier absolut stimmig und zugleich abschreckend ist.

Herr Meyer Lutterloh schreibt in der 3. Person und gibt dem Leser die Gelegenheit jeden Protagonisten Schritt für Schritt kennenzulernen. Jeder Charakter hat seine eigene Persönlichkeit und der Autor weiß dies gut umzusetzen. Auch die Entwicklung einzelner Personen während der gesamten Geschichte bringt Herr Meyer Lutterloh super zum Ausdruck. Meiner Meinung nach ein Element, das viele Autoren vernachlässigen, obwohl doch gerade durch prägende Situationen eine Wandlung im Inneren des Protagonisten stattfindet.
Die Sympathien zu den Personen wechseln bei mir ständig und vor allem rätselt man natürlich die ganze Zeit, wer denn nun der Killer ist, der sich Sokrates nennt. Das sorgt dafür, dass man sich das ein oder andere Mal in die Story hineinsteigert und schwerlich wieder heraus kommt. Also nichts für schwache Nerven. :-)

Der Autor hat eine durchweg anspruchsvolle Ausdrucksweise, die aber nicht befremdlich, sondern im Gegenteil, ansprechend ist. Man dringt so tiefer in das Geschehen und die Zusammenhänge ein und hinterfragt als Leser mehr als sonst. Herr Meyer Lutterloh verwendet außerdem viele kurze Kapitel und lässt den Leser immer wieder in fesselnden Situationen zur nächsten Szene springen, so dass nach und nach ein nervenaufreibender Spannungsbogen aufgebaut wird.

Das Buch gibt dem Leser einen Einblick in die Möglichkeiten, die unserer heutigen Gesellschaft mit dem World Wide Web gegeben sind. Diese sind erschreckend und faszinierend zugleich. Beim Lesen bekommt man die düstere Erkenntnis, das es dort draußen eigentlich viel mehr Dinge gibt, die man fürchten muss und diese nicht so fern sind, wie man denkt. Denn jeder ist heute vernetzt, twittert, liked, googelt und befindet sich somit mittendrin. Das Buch ist realistischer als man zugeben mag.

Die Story arbeitet stetig einem Countdown entgegen, wobei man bis fast zum Schluss nicht weiß, wer Sokrates ist. Leider ist dies aber noch nicht genug, denn Sokrates hat sich noch etwas einfallen lassen, um seine Zuschauer zu befriedigen. Herzstillstand vorprogrammiert.
Teil 1, Sokrates Lieyes, ist zwar in sich abgeschlossen, dennoch sind am Ende noch viele Dinge offen. Diese werden hoffentlich in Band 2 und 3 aufgeklärt. Band 2 erscheint noch in diesem Jahr.

Fazit: Ein überaus realistischer Thriller mit packenden bis nervenaufreibenden Szenen und einem Killer, der mit allen Wassern gewaschen ist und mit unseren heutigen Medien umzugehen weiß.


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