Mittwoch, 16. April 2014

[Rezension] André Wegmann - Habitat, Im Revier der Skulks

"Erschrocken zuckte er mit dem Kopf zurück und blinzelte. Ihm war, als hätte ihn zwischen den Sträuchern hindurch ein schmales gelbliches Auge angestarrt."

Die Thülsfelder Talsperre – ein malerischer Stausee im Oldenburger Münsterland, umgeben von einer wunderschönen, vielseitigen Landschaft, die als beliebtes Erholungsgebiet dient. Lisa und Chris haben sich im Internet kennengelernt und kommen hierher, um einen kleinen Liebesurlaub zu genießen. LKW-Fahrer Gerd wird von Depressionen geplagt und hofft auf ein paar ruhige Tage, um wieder mit sich selbst und seiner belastenden Familiensituation klarzukommen. Spontan entschließen sich die drei an einer abendlichen Fackelwanderung teilzunehmen, die um die Talsperre herum führt. Doch jenseits des romantischen Fackellichts lauert etwas unfassbar Böses in den düsteren Schatten rund um den Stausee. Die gemütliche Wanderung verwandelt sich in einen Albtraum und in einen schrecklichen Kampf um das nackte Überleben, den manch einer mit dem Tod bezahlen wird. Vielleicht sogar jeder. 

Ein idyllisches Erholungsgebiet mitten im Herzen Niedersachsens, eine romantische abendliche Fackelwanderung und ein unsägliches Gräuel. Die Jagd beginnt … und die Beute bist Du! 


Eigene Inhaltswiedergabe


Eine Fackelwanderung in einem Naherholungsgebiet in Niedersachsen soll für die Hotelgäste eine schöne abendliche Unternehmung werden. Leider entwickelt sich die Wanderung zu einer Hetzjagd um den Stausee der Thülsfelder Talsperre, auf der Flucht vor unmenschlichen Wesen, die nur eines kennen: Fressen.


Das Cover


Eine tierische Hand mit riesigen Klauen reckt sich aus dem Wasser gen Himmel. Die Schrift ist in weiß gehalten und das Wort "Habitat" ist blutig rot durchsetzt. Das Cover ist für mich absolut stimmig und passend zum Buch.


Die Story


Tierexperimente in abgelegenen Orten und Geschöpfe, die sich ab von jeglichem menschlichen Einfluss frei entwickeln, sind für mich durchaus denkbar. Nachdem ich die beiden Habitat-Gemeinschaftswerke von André und Isabell gelesen habe, kann ich wohl nicht mehr seelenruhig durch einen Wald laufen, ohne mich bei einem Gebüschrascheln oder Astknacken nervös umzuschauen. :-)


Die Charaktere


Die Geschichte ist in der 3. Person und aus der Sicht zweier Hauptcharaktere geschrieben: Lisa und Gerd.

Lisa trifft sich mit ihrem Geliebten Chris in einem abgelegenen Hotel im Oldenburger Münsterland, um das Wochenende mit ihm zu verbringen. Chris ist verheiratet und Lisa verspricht sich aus diesem Wochenende, dass er sich endlich von seiner Ehefrau trennt.

Gerd sucht in der Abgeschiedenheit des Hotels Ruhe und Zeit abzuschalten. Er muss die Trennung von seiner Frau verarbeiten und akzeptieren, dass seine Exfrau nun das Sorgerecht für seine Tochter hat.

Lisa ist eine eher naive Persönlichkeit, die zu ihrem Glück im Verlaufe der Geschichte Gerd als ihren Beschützer um sich hat. Gerd ist stark und entwickelt während der Geschehnisse Vatergefühle für Lisa, da sie ihn an seine Tochter erinnert. Beide geben ein tolles "Pärchen" ab, das sich gegenseitig braucht und unterstützt, um der Hölle zu entkommen.


Der Schreibstil


Andrés Schreibstil ist wie immer unschnörkelig und gut verständlich. Alles, was man von ihm gewohnt ist, findet Platz in der Story: Sex, Brutalität, Horror und viel Blut. André geht nicht schonungslos mit seinen Lesern um und präsentiert Gräueltaten en masse. Wer seinen Schreibstil mag, wird hier nicht enttäuscht.

Die Geschichte ist sehr kurz, aber trotzdem gut. Dennoch würde ich mir wünschen, zukünftig ein etwas längeres Buch von André zu lesen. Er kann so toll schreiben und eine umfangreichere Story fände ich richtig super.


Das Ende


Die Entwicklungen am Ende kamen für mich doch recht überraschend. Ich habe mit einem etwas glücklicheren "Happy End" gerechnet, bei dem man sich zwar ausgemerzt, aber zufrieden zurücklehnen kann. Falsch gedacht. Nicht mit André. :-) Dennoch passte es und gefiel mir gut.


Fazit


Ein Schreckensszenario in den deutschen Wäldern, ein unerbitterlicher Kampf ums Überleben - ein kurzes, aber gutes Horrorwerk aus der Hand von André Wegmann.






Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über eure Kommentare!

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Meine aktuellsten Rezensionen