Mittwoch, 21. Mai 2014

[Rezension] Michael White - Die Fährte der Toten


Sie versucht sich zu wehren, doch nadelspitze Zähne reißen ihre Kehle auf, und Lees letzer Gedanke ist, dass ihre Reise ans Ende der Nacht nun endlich begonnen hat.

Lees Wunsch nach Rache...

Ihre Familie wurde massakriert und sie selbst mit zwei Kugeln im Rücken zum Sterben in der Wüste zurückgelassen. Doch Lee wird von Pete und seiner Gang gerettet und kann den Killern entkommen. Als sie nach jahrelanger Flucht wie durch Zufall auf die Spur der Mörder stösst, sieht sie die Chance gekommen, Rache zu nehmen – und gerät in eine tödliche Falle!


...führt sie direkt ins Herz der Finsternis

Ein Diener der Uralten bringt Lee in seine Gewalt und verwandelt sie in ein Kind der Dunkelheit. Um ihre Freiheit zurückzugewinnen, schließt Lee einen blutigen Kontrakt mit ihm - doch inzwischen haben die unruhigen Toten ihre Witterung aufgenommen, und Lee muss erkennen, dass ihre Reise ans Ende der Nacht gerade erst begonnen hat.


Eigene Inhaltswiedergabe


Als kleines Mädchen muss Lee miterleben, wie ihre Familie getötet wird. Beinah fällt sie selbst den Killern zum Opfer, wenn sie nicht in den Händen von Pete und seiner Rockerbande gelandet wäre, die sich ihrer annehmen.

Eines Tages aber begegnet sie Frank, der sie zu einer von "Ihnen" macht, um Spaß mit Lee zu haben. Aber nicht nur er hat es auf sie abgesehen. Scheinbar wollen alle ein Stück vom Lee-Kuchen abgekommen und so fristet Lee ein Dasein im Schatten, immer bedacht auf die Feinde in ihrem Rücken zu achten. Doch was macht sie so besonders?


Das Cover


Eine verheißungsvolle Kapelle in der Wüste, ein schiefes Grabeskreuz und geheimnisvolle Schriftzeichen im blutrot durchtränkten Himmel. Ein richtig klasse Cover! Passend vor allem zu den letzten Kapiteln, die sich genau dort abspielen.


Die Story


Das Buch handelt nicht von einer gewöhnlichen Vampir-Geschichte, sondern ist anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Es geht nicht nur um blutrünstige Vampire, sondern auch um jahrhundertealte mystische Wesen. Alles ist verworren und wirkt gerade dadurch noch mystischer.

Vereinzelt hatte ich Schwierigkeiten dem Geschehen zu folgen. Es stürzen zu viele Informationen auf den Leser ein, die er nicht verarbeiten kann. Zu viel, was im Dunkeln liegt und lange nicht ans Licht kommt - bis man den Faden verliert. Irgendwann ab einem Dreiviertel des Buches hat mich Herr White leider in den Tiefen seines Buches verloren.


Die Charaktere


Die Hauptprotagonistin ist ganz klar Lee. Sie ist eine sehr undurchsichtige Person; kühl, hart und seltenst sensibel. Ihre raue Art ist sicher der Zeit mit der Rockerbande geschuldet und dem Gefühl ständig auf der Flucht vor den Mördern ihrer Familie zu sein. Diese Mentalität kommt ihr im Vampirdasein zugute. Dennoch bin ich mit Lee nicht wirklich warm geworden.

Es gibt noch einige weitere Protagonisten, die mehr oder weniger häufig Lees Lebensweg kreutzen. Am sympathischten war mir Pete, der Anführer des Rockertrupps. Er war von allen Charakteren im Buch der Menschlichste. Schade, dass er so eine kleine Rolle hatte.


Der Schreibstil


Das Buch ist in 4 Abschnitte geteilt: Teufel, Engel, Menschen und Samhain. Die Namen der Abschnitte sind durchaus passend gewählt. Die vorherrschenden Eigenschaften der Protagonisten in diesem Abschnitt sind an den Titel angelehnt. Unterhalb der einzelnen Abschnitte gibt es trotzdem noch Kapitelunterteilungen. 
Zwischen den einzelnen Abschnitten gibt es teilweise große Zeitabstände, die man aber erst einmal realisieren muss, da sie nicht klar erwähnt werden. Wir rechnen hier ja schließlich nicht in Menschenjahren. ;-) 
Innerhalb des Teufel-Teils wechselt Herr White sogar zwischen Gegenwart und Vergangenheit, ohne mit der Wimper zu zucken bzw. ohne auch nur den leisesten Hinweis darauf zu geben. Bis man dahinter gestiegen ist, befindet man sich im Engel-Teil.

Nebenbei war für mich der Wechsel zwischen den einzelnen Protagonisten sehr gewöhnungsbedürftig. Herr White schreibt zwar in der 3. Person, wechselt aber während eines Kapitels auch die Charaktere. Hat man mit Lee im Kapitel gestartet, kommt man z.B. mit ihrem Schöpfer Frank wieder heraus. Diese Aufteilung finde ich ungewöhnlich und eine klare Abtrennung der Handlungen unter den Charakteren hätte ich besser gefunden.

Des Weiteren haben sich auch viele Rechtschreibfehler eingeschmuggelt. Aber durch die hilfreichen Tipps der Leser in der Leserunde bei LovelyBooks werden diese sicher ausgemerzt.


Das Ende


Das Ende löst leider keine der unbeantworteten Fragen, so dass man auf jeden Fall den 2. Teil lesen müsste. Mich hat der Autor aber leider nicht so überzeugt, dass ich Lee im nächsten Teil begleiten möchte.


Fazit


Wer den Durchblick bei den vielen ungelösten Fragen behält, muss sich auf jeden Fall den 2. Teil vornehmen. Ich bin allerdings leider in den Untiefen der Vampiräonen untergegangen und werde Herrn White nicht mehr im nächsten Teil begleiten - auch, wenn die Vampire noch so schön kaltblütig sind.


Hier kaufen: Die Fährte der Toten  



Kommentare:

  1. Hallo Stefanie,

    also bei der Kapiteleinteilung Teufel/Engel usw. frage ich mich zum Beispiel immer noch.... was hat das mit der Geschichte, in der Folge zu tun?

    Leider findet man gerade im Ebookbereich immer wieder viele Rechtschreibefehler oder? Was mich persönlich langsam etwas nervt.

    LG..Karin..

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    Antworten
    1. Hallo Karin,

      ja, die Rechtschreibfehler sind wirklich anstrengend. Hatte aber schon mal ein schlimmeres Buch... Das hier ging noch...

      Ich habe schon gesehen, dass deine Bewertung zu diesem Buch besser ausgefallen ist. Ich konnte leider nicht mehr als 3 geben. Ich hab's ja versucht. :-/

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  2. Hallo,

    vielen Dank für die Rezension :)

    Ein Hinweis bezüglich der Rechtschreibfehler - die sind inzwischen (in der Tat aufgrund der ausführlichen Rückmeldung in der Leserunde) ausgemerzt worden!

    VG

    Michael

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Ich freue mich über eure Kommentare!

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