Mittwoch, 9. Juli 2014

[Rezension] Bernhard Giersche - Karl -ausgeliefert-

Grothner hob die Oberlippe, bleckte die Zähne, seine Mundwinkel wiesen nach unten. Er lächelte.

»Das Spiel ist zu Ende, wenn ich sage, dass es zu Ende ist!« 

Die Entführung des Multimillionärs Karl Grothner soll Marius Kleinhans zu einem reichen Mann machen. Trotz aller schützenden Sicherheitssysteme gelingt ihm der große Coup, doch um welchen Preis! Hätte er über die Persönlichkeit seines Opfers mehr gewusst, wäre er Einbrecher geblieben, statt zum Kidnapper zu werden. Aber zur Umkehr ist es schon lange zu spät, denn eine tödliche Maschinerie aus Mord, Lügen und Intrigen gerät unaufhaltsam in Gang. Der Strudel aus Machtgier und morbider Liebe reißt alle Betroffenen mit sich, und schon bald verwischen die Grenzen zwischen Gut und Böse. Es beginnt ein tödliches Spiel, dessen Ausgang unvorhersehbar ist.


Eigene Inhaltswiedergabe


Karl, Multimillionär und Konzernchef, wird entführt. Der Entführer Marius Kleinhans verspricht sich davon jede Menge Geld. Doch plötzlich wendet sich das Blatt und Marius verliert zunehmend die Kontrolle.

Während Karls "Abwesenheit" übernimmt sein Chefjustiziar Dr. Krieger den Posten als Chef im Grothner-Imperium. Er handelt allerdings nicht nach Grothner-Art und das gefällt der treuen Sekretärin von Karl, Elisabeth Huss, gar nicht. 

Und irgendwo ist da noch Vlad, der mit Hilfe seiner Handlanger vor unmenschlichen Taten nicht zurück schreckt, solange er sein Geld sieht.

Das Spiel kann beginnen.


Das Cover


Das Cover zeigt eine Metallschüssel mit trockenem Brot darin. Über der Schüssel läuft eine Kette entlang und im Umkreis der Schüssel kann man einen feuchten, dreckigen Boden sehen. Das Cover ist zu 100% passend. Als Leser wird man schnell merken, wieso. Allerdings hätte ich im Geschäft anhand des Covers nicht nach dem Buch gegriffen. Mir fehlt darauf der Pfiff.


Die Story


Ein Entführungsfall, so ganz und gar nicht wie er im Buche steht. Die Geschichte ist mit nichts vergleichbar, was ich bisher in dieser Richtung gesehen oder gelesen habe. Natürlich beginnt es mit einer 1A Entführung, aber die Wendungen darin sind so... anders..., dass es einem schier den Atem verschlägt.


Die Charaktere


Allen voran ist da natürlich Karl. Ein Chef zum Hassen, ein Mensch mit einer eisernen Persönlichkeit. Es gibt nichts an ihm, was man auch nur im Entferntesten mögen könnte. Weiteres möchte ich nicht verraten, dafür lest bitte das Buch. :-)

Der Leser lernt außerdem Elisabeth Huss kennen, die Karl absolut hörig ist und in ihm scheinbar so eine Art Heiligen sieht. Sie ist ein graues Mäuschen, kennt nur die Arbeit und lebt auch für diese. Von ihr wird der Leser aber noch eine Wandlung erleben.

Dann ist da noch Gerald Picard, der Chefermittler der SOKO "Karl", der während den Ermittlungen seinen langen Kollegen und Freund Paul Gruhlich verliert und sich an dem ganzen Fall die Zähne ausbeißt. Ein starker Mann, aber selbst damit teilweise überfordert.

Es gibt natürlich noch weitere Charaktere, die hier mehr oder minder eine Rolle spielen, aber ich habe mich dazu entschieden hier nur die Wichtigsten zu nennen.


Der Schreibstil


Der Stil ist schnörkellos, knallhart und direkt, so wie man es von Bernhard gewohnt ist. Die Schreibweise ist fließend und man kann als Leser super folgen.

Zu Anfang hat er ein paar Szenen eingearbeitet, die man zunächst nicht zuordnen kann, die sich aber für die bessere Übersichtlichkeit in kursiv abgrenzen. Ein Element, das zusätzlich für Neugierde sorgt.

Einige Passagen waren stellenweise so grausam, dass ich erst einmal tief Luft holen und mehrmals Schlucken musste, bevor ich weiterlesen konnte. Und dass mir, einem eingefleischten Horrorfan.

Alles in allem wie immer sehr überzeugend.


Das Ende


Genaugenommen gibt es 1 Ende und eine Ergänzung. Das eigentliche Ende spielt in der Gegenwart der aktuellen Handlung und die Ergänzung bezieht sich auf 3 Monate später. Das Hauptende ist super und hat mich als Leser begeistert. Von mir aus hätte es auch so stehen bleiben können. :-) Aber eigentlich, ja, eigentlich... Ohne die Erzählungen 3 Monate später wäre es nicht das für das Buch richtige Ende gewesen. Ich wusste nicht, ob ich schmunzeln oder schreien sollte. *g*

Rundum super!

Fazit


Kein typischer Entführungs-Thriller; eine Story voller Wendungen, Intrigen und Lügen und einem absolut, vollständig unbeschreiblichen... Karl.

Favoritstatus!


Hier kaufen: Karl -ausgeliefert  



Kommentare:

  1. Hallo Stefanie,

    kurz und knapp ein tolles Buch!!

    Ich hoffe, die private Frage ist erlaubt, wie fühlt man sich als Ehefrau? Hoffe, dass Bali toll war.

    LG..Karin..

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    1. Hallo liebe Karin,

      danke, dass du fragst! Habe dir privat per Mail geantwortet. ;-)
      LG

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    2. O.K. Danke..LG..Karin..

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  2. TheUnforgiven8114. Juli 2014 um 09:31

    Als gewordener Ehemann beachte ich mit Interesse, dass die Frage nach dem Ehefraustatus direkt nach der Beschreibung solch übler Charaktere und der Beschreibung abgrundtief böser Handlungen gestellt wird... Nur so eine Feststellung am Rande *g*..

    Also nach der Lektüre von Karl muss ich sagen, dass mir das Ende ohne die "drei Monate später"-Perspektive besser gefallen hat. Es war runder und für mich als Leser auch befriedigender. "Karl" ist ein Buch, das den Leser über den ganzen Verlauf hinweg immer mit schönen Entwicklungen und unerwarteten Wendungen überrascht, aber dieser letzte Twist war mir persönlich einer zuviel und hat mich dann leider etwas enttäuscht zurückgelassen. Sehr schade nach knapp 190 Seiten, über die ich den Erzählstrang uneingeschränkt großartig fand.

    Viele Grüße,
    M.

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  3. Hm, war keine Absicht grins und war letztendlich auch nur , weil das der letzte Beitrag hier am Blog war.

    Aber " Mann" könnte da schon auf entsprechende Gedanken kommen...das gebe ich jetzt gerne zu.

    LG..Karin..

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Ich freue mich über eure Kommentare!

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