Freitag, 11. Juli 2014

[Rezension] Isa Grimm - Klammroth

In der Öffnung brodelte die Schwärze wie das Innere eines Teerkochers, schien Blasen zu werfen, die platzten und in sich zusammenfielen, aber immer wieder wie Gesichter aussahen: junge, schreiende Gesichter.


Seit Jahren ist der uralte Tunnel stillgelegt. Doch etwas geht um in den Tiefen des Berges. Kinderstimmen wispern im Dunkel, und etwas regt sich in den Schatten. Einst war Klammroth ein stiller Weinort am Fluss - bis eine Katastrophe die Idylle zerstörte. Dutzende Kinder starben bei einem verheerenden Unfall im Tunnel, viele weitere wurden entstellt. Nun, sechzehn Jahre später, kehrt eine der Überlebenden nach Klammroth zurück: Anais hat die Qualen des Feuers noch nicht überwunden, als ihr Vater sie zu sich ruft. Etwas Unerklärliches erscheint des Nachts vor den Fenstern. Gespenstisches geschieht - und jemand fordert neue Opfer. Der Tunnel hat Anais nicht vergessen ...



Eigene Inhaltswiedergabe


Anais muss in ihre alte Heimatstadt Klammroth zurückkehren, weil sie die Angelegenheiten ihrer verstorbenen und verhassten Stiefmutter Theodora zu klären hat. Widerwillig betritt sie die Grenzen von Klammroth und fühlt sich sofort wieder schmerzlich an die Katastrophe von damals erinnert - die gewaltige Explosion von Schulbussen im Klammrother Tunnel, in der viele ihrer Schulkameraden zu Tode gekommen sind oder schwere Verbrennungen erlitten haben. Sie gibt sich die Schuld für den Unfall und auch selbst ist ihr Körper von schmerzhaften Narben übersät.

Anais Stiefmutter führte in Klammroth erfolgreich eine Schmerzklinik für die Überlebenden der Katastrophe, die durch den Unfall so starke Verbrennungen erlitten hatten, dass das Leben ohne Behandlung unerträglich wäre. Nach und nach kommt Anais hinter das Geheimnis von Theodoras Erfolg und muss erkennen, dass sie selbst immer noch ein Teil von Klammroth ist und die Opfer der Explosion nach Erlösung rufen. Anais muss sich mit ihren tiefsten Ängsten und verborgenen, längst vergessen Ereignissen auseinandersetzen, um endlich zu verstehen. 


Das Cover


Auf dem Cover sieht man einen Tunnelausgang, vor dem eine Frau steht. Man selbst steht im Tunnel und blickt nach draußen. Der Blick ist rötlich-gelb gehalten, als würde der Tunnel brennen. Ein sehr gelungenes Cover.


Die Story


In diesem Buch geht es um Vergangenheitsbewältigung durch ein traumatischen Ereignis. Wir begleiten Anais und fühlen uns mit in den Strudel aus Schuldzuweisung und Unverständnis gezogen. Die Geschichte beginnt seicht, wird mystisch und nimmt eine unpassend unrealistische Seite an. Man ist als Leser nicht sicher, in welche Richtung die Autorin gehen möchte. Drama, Mystik oder seichter Horror? Für mich stimmt die Mischung nicht.


Die Charaktere


An erster Stelle steht hier natürlich Anais, die sich die Schuld an dem Unfall von damals gibt und einfach nicht vergessen kann. Daran erinnert wird sie regelmäßig durch die Brandnarben, die ihren gesamten Körper zieren. Sie erhofft sich durch den Besuch in Klammroth nicht nur die Angelegenheiten ihrer toten Stiefmutter zu erledigen, sondern auch endlich mit dem Kapitel abzuschließen.

In der Schmerzklinik lernt sie Herrn von Stille kennen, einen Greis jenseits der 80. Er lebt schon seit vielen Jahren in der Klinik und war ein guter Freund von Theodora. Warum ist er aber immer noch in der Klinik, wenn er doch scheinbar keine Schmerzen mehr hat?

Außerdem lernen wir den Polizisten Jan Herzog kennen, der im Fall Theodora ermittelt, da sie nicht einfach nur gestorben, sondern in ihrem alten Haus bei lebendigem Leib verbrannt ist. Er ist sehr besorgt um Anais - muss aber dennoch Abstand zu ihr wahren, da sie als Tatverdächtige in Frage kommt.

Zu guter Letzt treffen wir noch auf Sebastian, die Jugendliebe von Anais. Er kümmert sich aufopfernd um seine Schwester Nele, die vom hiesigen Unfall so schwer gezeichnet ist, dass sie nur noch als Torso existiert. Er hat sich die Idee in den Kopf gesetzt, dass Theodora irgendetwas hinter den Mauern der Schmerzklinik getrieben hat, das nicht legal war. Er hält es einfach nicht für möglich, dass jemand in der Schmerztherapie so überdurchschnittlich große Erfolge erzielen konnte.


Der Schreibstil


Der Inhalt ist durch den Schreibstil leicht verständlich und flüssig zu lesen.


Das Ende


Das Ende der Geschichte um Anais war genau so zu erwarten und passte auch, um einen sinnvollen Abschluss zu erzielen. 


Fazit


Die Mystik wurde anfangs gut transportiert, doch leider driftete sie irgendwann in skurrile Zusammenhänge ab, die der Story leider einen Abbruch getan haben.


Vielen Dank an dieser Stelle an den Bastei Lübbe Verlag http://www.luebbe.de/ und Blogg dein Buch http://www.bloggdeinbuch.de/ für das kostenfreie Rezensionsexemplar.

Hier kaufen: Klammroth: Roman  



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