Freitag, 1. August 2014

[Rezension] Nadine Erdmann - Mind Ripper

"Dafür schien der Wald plötzlich tausend Augen zu haben, die jede ihrer Bewegungen genau beobachteten. Wieder das unheimliche Seufzen. Als würde sich jemand an einem besonders reizvollen Geruch laben."

Er will nur deine Seele… 

London 2038: Das Cybernetz ist der größte Freizeitspaß, besonders unter Jugendlichen. Egal, ob man als Avatar in sozialen Netzwerken neue Leute treffen oder in interaktiven Rollenspielen virtuelle Abenteuer erleben möchte, die schöne neue Technikwelt bietet Unterhaltung für jeden Geschmack. Auch Jemma, Jamie und Zack verbringen dort jede Menge Zeit mit ihren Freunden. 

Doch plötzlich fallen drei Jungen während ihres Aufenthalts in der virtuellen Welt ins Koma. Ihre Körper sind unversehrt, doch ihr Bewusstsein ist in der CyberWorld verschwunden. Wer oder was steckt dahinter? 
Jemma, Jamie und Zack suchen nach Antworten – und kommen dabei dem Mind Ripper gefährlich nahe…

Vielen Dank zunächst an Nadine Erdmann für das zur Verfügung stellen des EBooks und den super netten E-Mailkontakt.


Eigene Inhaltswiedergabe


Jemma, Jamie und Zack sind CyberGamer. Sie spielen Online-Rollenspiele innerhalb der Cyber-Welt im Jahre 2038. Leider gibt es in letzter Zeit innerhalb der Cyberspiele ein Problem, denn 3 Jungen fallen ins Koma und die Game-Firma "VanguardArts Entertainment" sucht fieberhaft nach dem Fehler im System. Oder ist es gar kein Fehler und jemand will der Firma schaden?

Unterdessen lernt Jemma Will, den Sohn des Inhabers von VanguardArts Entertainment, kennen, der den Dreien ein Angebot macht, das sie nicht ausschlagen können. Sie dürfen das exklusive Spiel "Doom of Dark Grove" spielen, das wegen der starken Parallele zu den Komafällen nicht veröffentlicht wurde. Will, sein Vater und sein Bruder Ned versprechen sich, gemeinsam mit Hilfe der 3 Freunde, Hinweise auf den "Mind Ripper" zu erhalten - so wie er sich trefflich im Spiel nennt.


Das Cover


Auf dem Cover sieht man links und recht Binärcodes, die typisch für die Computersprache sind. Mittig öffnet sich eine Moorlandschaft mit graugrünen Pflanzen und einem Gewässer. Die Zahlen seitlich des Covers wirken wie ein Portal, dass sich in die Cyberwelt öffnet. Das Cover passt sehr gut zum Buchinhalt. 


Die Story


Während der Leser Jemma, Jamie und Zack kennen lernt, wird er zwischendurch immer mal wieder in einen atemraubenden Thriller katapultiert. Der Thrill findet in der Cyberwelt statt und ist deshalb umso unberechenbarer, da der Feind sich innerhalb dieser Welt verstecken und lauern kann. Für mich ist das Thema Cyberwelt neu und daher habe ich keinen Vergleich. Rollenspiele sind mir aber durchaus ein Begriff und werden in diesem Buch gut mit dem Cyber-Gedanken verknüpft. Die Ideen, die die Autorin hier eingearbeitet hat, sind großartig und ich fühlte mich selbst stellenweise in die Rollenspiel-Welt versetzt. Gepaart mit einem Pfiff Thriller gibt dies die richtige Mischung.


Die Charaktere


Jemma ist zwar meines Erachtens die Hauptprotagonistin, aber dennoch nicht in der ersten Person geschrieben. Durch die Perspektive der dritten Person lernen wir auch die Gefühle und Erlebnisse von ihrem Bruder Jamie und seinem Partner Zack kennen. 

Alle 3 sind leidenschaftliche Rollenspieler und gerade Jamie zieht es wegen seiner Krankheit immer besonders stark in die andere Welt. Seit einem Unfall, bei dem Jemmas und Jamies Mutter ums Leben kam und Jamie selbst fast vollständig gelähmt wurde flüchtet er in die Rollenspiele. Jamie ist zwar stark, aber durch viele Rückschläge bezüglich seines Muskelaufbaus oft gereizt und missmutig. Jemma und Zack unterstützen ihn, wo sie nur können. Die Beziehung zwischen den Zwillingensgeschwistern Jemma und Jamie ist sehr innig und auch Zack hat sich wie ein Bruder in die Familie integriert.

Auch als Will auftaucht und ihre Welt für kurze Zeit durch die Jagd nach dem Mind Ripper ins Wanken gerät, halten sie noch immer zusammen.

Dennoch wirken sie mir manchmal, für meinen Geschmack, etwas zu erwachsen. Bei Jugendlichen erwartet man etwas anderes - mehr Naivität.


Der Schreibstil


Frau Erdmanns Schreibstil ist schnörkellos und leicht verständlich. Die Variante, die 3 Protagonisten Jemma, Jamie und Zack in der dritten Person darzustellen, ist abwechslungsreich. So werden die Gefühle von allen Seiten transparent.

Auch orthographisch ist mir nichts aufgefallen. Das habe ich bei EBooks durchaus schon anders erlebt.

Etwas genervt war ich allerdings von den vielen "Knuffen und Hieben", die die Jugendlichen öfter untereinander austeilten. Die häufige Erwähnung dieser Wörter war mir etwas zu viel. Vermutlich wollte Frau Erdmann damit zeigen, dass es sich bei den Protagonisten eben doch nur um Jugendliche handelt, die sich gegenseitig necken. Allerdings war mir diese Art der Übermittlung zu einseitig.


Das Ende


Das direkte Ende war stimmig und passte gut hinein. Ich muss auch dazu sagen, dass ich stolz auf Jemma bin - aber mehr verrate ich nicht. :-)

Der Geschichtsverlauf vor dem Ende, also im letzten Drittel, wurde mir allerdings etwas zu abwegig. Es driftete leider von der Thriller-Ebene und dem geheimnisvollen und gefährlichen Mind Ripper in eine Handlung ab, die mir nicht gefiel. Ich hätte mir mehr Konzentration auf den Thriller-Aspekt gewünscht. Das ist aber lediglich meine Meinung. Das letzte Drittel bildet zumindest den Cyber-Aspekt ab und das trifft hier ja ebenso den Kern.


Fazit


Eine stellenweise spannend bis gruselige Story mit Cyberwelt- und gut eingearbeiteten Rollenspiel-Elementen; leider aber mit frühreifen Jugendlichen und einem für mich unspektakulären Ende.






Kommentare:

  1. Schade, dass es dir nicht ganz so gefallen hat.. Trotzdem schöne Rezi!

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  2. Hm, so ähnlich wie Erebos??

    LG..Karin..

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    1. Ich habe Erebos nicht gelesen und weiß es daher nicht. Es steht aber schon auf meiner WuLi. :-)

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  3. Das mit der cyberwelt und dem koma erinnert mich stark an den anime "swordart online"

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Ich freue mich über eure Kommentare!

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