Samstag, 6. September 2014

[Interview mit Sabine Ludwigs][Mein Buch des Monats] August 2014

Dieses Mal werde ich euch nicht nur mein Highlight des letzten Monats vorstellen, sondern kann euch ebenfalls ein tolles Interview mit der Autorin Sabine Ludwigs präsentieren. Mein Buch des Monats für August 2014 ist:

Autorin: Sabine Ludwigs
Titel: Acht Tage bis zur Ewigkeit
Preise: 12,99 € (Broschiert) und 4,99 € (eBook)
ISBN: 978-9963523139
ASIN: B00KFDDF3G
Verlag: bookshouse
Seiten: 269
Sprache: Deutsch
Kaufen bei Amazon: Acht Tage bis zur Ewigkeit  

Darauf aufmerksam geworden bin ich über eine Leserunde bei LovelyBooks. Thematisch ist es unter anderem in den Romance-Bereich einzuordnen und normalerweise ist das so gar nicht mein Genre. Aber nicht nur durch die mystisch angehauchten Elemente konnte mich das Buch dennoch überzeugen. Es ist einfach wunderschön geschrieben, mit tollen Charakteren bestückt und verzaubert einen von Grund auf.



Hier könnt ihr gern in die Leseprobe hineinschnuppern.

Mehr zu diesem schönen Buch erfahrt ihr hier in meiner Rezension.


Zur Autorin:

Sabine Ludwigs, in Dortmund geboren, begann nach der Fachoberschulreife eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- Notariatsfachgehilfin. Im Anschluss war sie in diversen Berufen beschäftigt, bevor sie 1987 selbstständige Unternehmerin wurde. Seit 2004 ist sie zudem schriftstellerisch tätig.
Anfangs widmete sie sich sehr erfolgreich dem Verfassen von Kurzgeschichten, die bereits von einigen bekannten Schauspielern wie Anita Kupsch, Marie-Luise Marjan oder Ludger Burmann für öffentliche Vorträge ausgewählt wurden.
Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen in diversen Verlags-Anthologien und Zeitschriften zu unterschiedlichen Themenbereichen. Seit 2009/10 schreibt sie auch spannende und gefühlvolle Romane sowie Kinderbücher.
Ihre Arbeiten sind in Print- und Hörmedien sowie als E-Book veröffentlicht. Ein Teil ist zudem Unterrichtsmaterial für das Fach Religion/Ethik an weiterführenden Schulen.
Neben der Schriftstellerei war sie jahrelang für einen Verlag als Lektorin und zuletzt als Pressesprecherin tätig. Heute ist sie noch immer als Lektorin aktiv.
Sie wurde mit dem Friedens-Literaturpreis des Berliner Kulturrings und mit dem Literaturpreis Gedichte & Balladen der Ideale Stiftung ausgezeichnet.
Sabine Ludwigs lebt mit ihrer Familie in Lünen an der Lippe.


Über den Internetauftritt von Sabine Ludwigs http://www.sabine-ludwigs.de/ könnt ihr außerdem noch mehr über sie und ihre veröffentlichten Werke erfahren.

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Frau Ludwigs ist aber nicht nur eine tolle Autorin, sondern auch privat eine sehr sympathische Persönlichkeit. Daher habe ich mich ganz besonders darüber gefreut, dass sie mir ein Interview gegeben hat, welches ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte:



Steffi: 
Das Bergsteigen ist ein weniger häufig verwendetes Thema in Büchern. Wie kamst du auf die Idee, in "Acht Tage bis zur Ewigkeit" das Bergsteigen als Thematik und den Berg als Schauplatz für den Unfall zu wählen?

Sabine:
In meinem zuvor erschienenen Roman "Meine Seele weiß von dir" erleidet die Hauptfigur einen beinahe tödlichen Ertrinkungsunfall. – Ich wollte in meinem nachfolgenden Buch quasi das Gegenteil von Wasser. Die Idee mit dem Berg kam über eine Zeitung zu mir, in der ich einen Artikel über das Bergsteigen, Gletscher, auf ewig Verschollene und die Verzweiflung der Hinterbliebenen las.

Es wurde ein Fall geschildert, in dem eine Seilschaft einen alten Stiefel im Eis fand. In diesem steckte noch ein Männerfuß, praktisch tiefgefroren und völlig unversehrt. Der Mann zu diesem Fuß wurde meines Wissens nie identifiziert und niemals gefunden. Das hatte mich sehr berührt. In meinen Gedanken gab ich dem Mann ein Gesicht und einen Namen – und so war Erik, der Bergsteiger, da. Ich konnte ihn in meinem Roman ein bisschen retten, in dem ich ihn zu einem „Astral“ machte.



Steffi:
Deine Charaktere sind allesamt sehr liebevoll ausgearbeitet. Wie schaffst du es, die einzelnen Charakterzüge so authentisch abzubilden?

Sabine:
Dieses Empfinden freut mich! Bei mir ist es so, dass ich eine visuelle und sehr lebendige Vorstellung meiner Figuren habe. Ihre Charaktereigenschaften oder Handlungen hingegen überraschen mich mitunter. Viele Autoren kennen das sicher ebenfalls, dass ihr „Personal“ plötzlich ein Eigenleben entwickelt und anders agiert, als erwartet. Manchmal, denke ich, muss man sich dem beugen. Zum Beispiel bei Daniel, der letztlich widerlicher war, als ich dachte. Ich möchte einfach, dass meine Leser diese „Romanmenschen“ so deutlich sehen und spüren, mögen oder verabscheuen, belächeln oder betrauern oder von ihnen überrascht werden wie ich. Deshalb versuche ich, sie möglichst anschaulich zu schildern.



Steffi:
"Acht Tage bis zur Ewigkeit" ist etwas mystisch angehaucht. Glaubst du selbst an Übernatürliches?

Sabine:
Das meiste Übernatürliche hat die Wissenschaft hinlänglich widerlegen oder erklären können. Trotzdem gibt es noch eine Menge auf der Erde und darüber hinaus, was noch nicht erforscht ist oder noch nicht erklärt werden konnte. Es heißt:* „Das Universum ist nicht nur seltsamer, als wir es uns vorstellen, es ist seltsamer, als wir es uns vorstellen können“. Und ja, deshalb glaube ich an etwas Übernatürliches – wenn selbstverständlich auch nicht an alles, was man uns dafür verkaufen will!
* John Burdon Sanderson Haldane, schottischer Forscher



Steffi:
„Hand auf's Herz. Wäre Ruben, der gut aussehende, geheimnisvolle und starke Typ von nebenan, in den sich unsere Hauptprotagonistin verliebt, für dich ein Mann zum Pferde stehlen?

Sabine:
Ja, er wäre ein Mann nach meinem Geschmack. Also würde ich natürlich Pferde mit ihm stehlen. 



Steffi:
Dein Schriftstellerinnen-Dasein hast du mit Kurzgeschichten begonnen. Was bewegte dich dazu, zu gefühlvollen Roman zu wechseln?

Sabine:
Die Kurzgeschichte gilt allgemein als Königsdisziplin des Schreibens. Ein Autor muss in wenigen Sätzen präzise, emotional und fesselnd seine Geschichte erzählen und hat wenig Spielraum, seine Leser gut zu unterhalten, sie zu berühren. Es mag sicher Schriftsteller/Autoren geben, die das anders beurteilen – ich stimme dieser Ansicht jedoch zu. Ich meine mich zu entsinnen, dass Hemingway seine Karriere ebenfalls mit Kurzgeschichten begründete. 

Angefangen habe ich mit Kurzkrimis/Thrillern/Sad Stories, die in unterschiedlichen Verlagsanthologien erschienen und dann, 2011, in einem Sammelband. Das war mein erstes Buch. 

Einmal, nach einer Lesung aus diesem Band, war da diese Dame, die mich fragte, warum ich immer so schreckliche Sachen erzählen würde? Ob ich nicht mal etwas Schöneres schreiben könnte und etwas Längeres als Kurzgeschichten? Und ich dachte: Na gut, es ist vielleicht an der Zeit, was „Längeres“ zu machen. Warum also nicht auch was „Schöneres“? 

Also habe ich angefangen, gefühlvolle Romane zu schreiben.




Steffi:
Hast du Rituale, wenn du an einem Buch schreibst? Arbeitest du in einem bestimmten Raum; mit dem Laptop, am PC oder gar auf Papier; mit einem Tee, Kaffee oder musikalischer Untermalung?

Sabine:
Nein, ich habe keine Rituale und keinen bestimmten Raum, keine Musik. In der Regel schreibe ich morgens ab vier bis sechs Uhr, oder nachts. Die Ruhe zu diesen Zeiten ist ein Traum! Nur mein Kater taucht ab und zu auf. Kaffee muss sein! Mit viel Milchschaum. Mein Laptop und tatsächlich Papier und Stift. Ich mache häufig Notizen, vor und während des Schreibens. Auf eines kann ich absolut nicht verzichten, oder besser auf jemanden: auf meine Betaleserin und Lektorin Eva Markert. Ohne sie ginge gar nichts!


Steffi:
Schreibst du bereits an einem neuen Roman und wenn ja, kannst du schon etwas darüber verraten?

Sabine:
Ich habe eben meinen neuen Roman beendet. Er ist also noch warm und wird gerade betagelesen und lektoriert. Es ist die Geschichte einer unguten Obsession, die tödlich endet. Der Titel lautet: Le Pecharou.


Steffi:
Liebe Sabine, ich bedanke mich sehr, dass du dich bereit erklärt hast, deinen zukünftigen Lesern und auch mir ein Interview zu geben. Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg mit deiner schriftstellerischen Laufbahn.

Sabine:
Liebe Steffi, ich habe dir herzlich zu danken. Für dieses Interview und die Wahl zum Buch des Monats – worauf ich absolut stolz bin! Deine guten Wünsche gebe ich an dieser Stelle zurück.



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