Samstag, 27. September 2014

[Rezension] Robert Odei - Der Traum des Stiers

"Während ihres Weges von zu Hause bis in den Klassenraum, wusste Cassandra, dass sie eine große Dummheit begehen würde, und das machte sie beschwingt. Es war nicht Idiotie, die sie dazu trieb, sondern ein stures Kalkül, das schon ein Leben lang hinter ihren Augen schimmerte."

Die Schülerin Cassandra Moon leidet seit Lebtag an schwer deutbaren Visionen. Zutiefst vereinsamt versucht sie, den Schulalltag zu meistern. Eines Tages verschwindet einer ihrer Mitschüler spurlos, und niemand ahnt, daß Cassandra eine wichtige Rolle im Leben dieses Schülers spielt.


Zunächst einmal vielen Dank an Robert Odei für die tolle Leserunde bei LovelyBooks und dafür, dass mir das eBook hierfür zur Verfügung gestellt wurde.

Eigene Inhaltswiedergabe

Cassandra Moon ist eine Außenseiterin. Jeder Mensch meidet sie, selbst ihre Eltern halten Cassandra auf Abstand. Alles um sie herum ist dunkel; sie ist korrosiv.

Alles beginnt mit dem Verschwinden von Cassandras Klassenkameraden Ron Hauser. Aber eigentlich, eigentlich beginnt es schon viel früher. Nur Cassandra kann und will die Zeichen nicht zu deuten wissen. Bis es zu spät ist...

Das Cover 

Das Cover zeigt klar und deutlich unsere Hauptprotagonistin Cassandra. Dickes Haar, dunkel geschminkte Augen, eine aristokratische Nase, ein markanter Mund (manche würden Pferdegesicht sagen) und eine abweisende Haltung - das ist Cassandra Moon. Das Cover sagt alles aus, was notwendig ist. Es passt super.


Die Story 

Die Geschichte, mit der der Leser hier konfrontiert wird, ist anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Die Story ist ungewöhnlich und wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen, wird man nicht enttäuscht. Der Leser muss viel mitdenken und hinterfragen und ist somit richtig gefordert.

Dennoch sei gesagt, dass das Buch nichts für Zartbesaitete ist. Es ist die Hölle, blanker Horror. Kein Gemetzel, kein übermäßiges Blutfließen, einfach nur Horror in seiner reinsten Form.


Die Charaktere

In dem Buch begegnen dem Leser so einige Charaktere. Ich möchte hier aber nur ein paar nennen. Allen voran ist da natürlich Cassandra, die zwar als sehr negativ und korrosiv beschrieben wird, mir aber dennoch ans Herz gewachsen ist. Ich mag sie einfach.

Außerdem lernen wir Lara, Cassandras beste Freundin, kennen. Sie dagegen ist deutlich anders. Nach außen hin sieht sie wie ein unscheinbares, süßes Mädchen aus. Doch in diesem Mädchen brodelt es. Da brodelt die Hölle. Dennoch tut sie Cassandra auf scheinbar unerklärliche Weise gut.

Der Autor hat außerdem noch weitere interessante Charaktere geschaffen: die Liganden; die "Offiziere" in der Welt des Kaplans. Sie verkörpern Gewalt, Macht und Gier.

Alle Charaktere in diesem Buch sind auf ihre Weise besonders.


Der Schreibstil

Robert Odei hat eine anspruchsvolle und auch flüssige Erzählweise, bei der es Spaß macht, dem Erzählten zu folgen. Der Stil ist häufig metaphorisch und verschlüsselt und man muss als Leser aufmerksam sein und lieber 2x lesen, um alles zu erfassen.

Das Buch ist in normale Kapitel und in Erinnerungen, d.h. Rückblenden unterteilt. Nach und nach erschließt sich dem Leser durch die Verknüpfung beider der tiefere Inhalt.

Als Leser bekommt man den Eindruck, dass der Autor sich hier wirklich Gedanken gemacht hat und das gefällt mir.


Das Ende

Kann man dieses Ende wirklich als Ende der Geschichte bezeichnen? Ich bin ehrlich: ich weiß es nicht. Und damit meine ich nicht, dass die Aussicht auf einen zweiten Teil besteht, nein. Es ist das große Ganze, das uns nach dem Buch wissen lässt: Es gibt dabei kein Ende - niemals! (hier bitte fieses Lachen einfügen *g*)


Fazit

Eine einzigartige Geschichte, mit einer besonderen Erzählstruktur; gepaart mit tiefgreifenden Gedanken zum Dasein und einer gehörigen Prise wahrhaftigem Horror.
Für mich erhält das Buch den Favoritenstatus!

Hier findet ihr mein Interview mit dem Autor.


Hier kaufen: Der Traum des Stiers  




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