Mittwoch, 3. Dezember 2014

[Rezension] René Junge - Stufe Eins

""Fick die Henne", rief Kevin und schlug die Hand vor den Mund. "Wir sind Alice im Wunderland, Mann.""

Mark Timmermann genießt gerade ein paar freie Tage, als er merkwürdige Veränderungen in seiner Umgebung wahrnimmt . Zuerst sind es nur beunruhigende Kleinigkeiten. 
Eines frühen Morgens steht eine seltsame Gestalt vor seinem Gartenzaun und es beginnt ein Albtraum, aus dem es kein Erwachen gibt. 
Gehetzt von blutrünstigen Kreaturen beginnt für Mark eine Odyssee voller Schrecken. In dem Teenager Kevin findet er dabei einen Verbündeten, der selbst ein Rätsel ist. Gemeinsam schlagen sie sich durch eine Welt, die immer tödlicher und gnadenloser wird.


Das Cover

Bei dem Cover musste ich auf den ersten Blick an einen Science Fiction denken. Wenn man aber das Buch gelesen hat, versteht man das Cover besser. 
Es gefällt mir richtig gut und ist irgendwie verheißungsvoll. Man kriegt das Fürchten, wenn man es betrachtet. Das Feuer, der zerfließende Boden, die verschachtelten und zerfallenen Gebäude... Irgendwie gruselig. Der Clou bei den Gebäuden ist, dass sie scheinbar wie in 3D aus dem Buch herauskommen, aber gleichzeitig auch wieder in der Ferne liegen. Toll gemacht! 


Die Story

Ich hatte mir bei dem Buch etwas völlig anderes vorgestellt. Ich wurde aber dennoch nicht enttäuscht. Im Gegenteil: Die Idee der Geschichte hat mich echt beeindruckt. Gleichzeitig war ich von der tiefen Bedeutung der Dystopie fasziniert und erschrocken zugleich. Ich will hier natürlich nicht spoilern, aber der Hintergrund dieses Buches ist für mich, wenn ich an unsere Realität denke, gar nicht so abwegig.

Ohne viel Vorgeplänkel wird man in die kalte Wirklichkeit der Handlung geworfen und muss sich erst einmal zurecht finden. Das fällt aber nicht schwer und nach kurzem Durchatmen ist man auch schon in der Geschichte drin.


Die Charaktere

Meiner Meinung nach gibt es in diesem Buch zwei Hauptcharaktere.
Zum Einen wäre das Mark Timmermann. Er lebt mit seiner schwangeren Frau Kathrin in einem beschaulichen Heim. Als sich plötzlich die Welt schlagartig für ihn ändert, versucht er jedes Mal die Nerven zu behalten und nicht durchzudrehen. Auch, wenn er manchmal kurz vor dem Abgrund steht, rappelt er sich wieder auf. Ich hatte sehr viel Respekt vor ihm und kann mir nicht vorstellen, so standhaft zu sein wie er. 
Zum Anderen lernt der Leser noch Steve kennen. Er arbeitet in einer Art IT-Firma namens Soft Control und ist fieberhaft damit beschäftigt einen Virus aus einem seiner Systeme zu eliminieren. Dieser Versuch gestaltet sich mehr als schwierig und sein Chef Salman sitzt ihm ständig im Nacken. Irgendwann muss er aber mit Schrecken feststellen, dass der Virus unaufhaltbar ist und sich auch in anderen Systemen ausbreitet. Ab da an muss er sich vor seinem Chef behaupten und schlägt sich meiner Ansicht nach gut.


Der Schreibstil

Der Erzählstil ist flüssig und die Geschichte liest sich gut weg - soweit der Inhalt das zulässt. ;) Der Autor verwendet sehr viele Absätze innerhalb der Kapitel, was ich an sich ungewöhnlich, aber nicht störend finde. Die Sprache ist teilweise recht derb, aber dennoch passend zu dem ganzen "Schlamassel", in dem Mark steckt.
Insgesamt ist die Schreibweise gut abgerundet und überzeugt mich sehr.

Der Spannungsaufbau ist zunächst stetig, ohne hier zu berücksichtigen, dass es eigentlich von Anfang an schon knallhart anfängt. Irgendwann hält sich die Spannung für einige Zeit auf dem höchsten Level und man hat das Gefühl, gleich einen Herzstillstand zu erleiden. *g* Dann wird man als Leser "erlöst" und die Spannung nimmt wieder ab und geht direkt in das Endkapitel über. Wirklich klasse Leistung von Herrn Junge.


Das Ende

Schlicht und einfach: Hammer! Schon im letzten Drittel fragt man sich die ganze Zeit, wie die Geschichte wohl enden wird. Und dann kommt es zum Schluss doch noch etwas anders als erwartet. Ich mag Enden, die mich überraschen und mich mit einem weinenden Auge, offenem Mund und fingernägelknabbernd zurück lassen. Verdammt, riecht es hier nach Hähnchen? (Kleiner Insider am Rande ;))


Fazit

Den Leser erwartet hier eine faszinierende und fesselnde Story, die man kaum in Worte fassen kann. Er sieht sich konfrontiert mit einer beängstigenden Hintergrundhandlung; spannend umgesetzt und nervenzerreißend erzählt. Daumen hoch für dieses Werk!





1 Kommentar:

  1. Hm, scheint ja wirklich eine interessante Story zu sein. Die ich gerne im Auge behalten werden.

    LG..Karin..

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