Dienstag, 27. Januar 2015

[Rezension] Stephanie Linnhe - Vor allem verhängnisvoll Inc.

"Schritte schlurften näher, und ich biss mir beinahe auf die Zunge, während ich meine Hände drehte und Finger zählte. Ich war damit viel zu schnell fertig, deshalb zählte ich erneut."

Nala di Lorenzo hat einen ungewöhnlichen Job: Als Managerin für den Mitarbeiterverbleib überprüft sie die Krankenscheine ihrer Mitarbeiter. Als wäre das nicht genug, befindet sich ihre Firma in einer Parallelwelt, von der Freunde und Familie nichts wissen dürfen. Eine schwierige Gratwanderung. Vor allem, als Nala einen Nebenjob in der Bar Holysmacks annimmt, die in das Kreuzfeuer der Behörden geraten ist. Kein Wunder, dass ihr Freund Desmond sie nicht aus den Augen lässt. Doch auch seine dämonischen Kräfte können nicht verhindern, dass sich Nala in einem Netz aus Intrigen verfängt, das letztlich ihr Leben bedroht. Kann es zerrissen werden, ehe es zu spät ist? 

Der 2. Band der mitreißenden Inc.-Reihe.



Wie auch beim ersten Band sieht man ein Augenpaar, dieses Mal auf blauem Hintergrund, der etwas eingerissen scheint. Die Augen sind vollkommen schwarz, von daher vermute ich, dass es Desmonds Augen sind, denn er ist Halb-Dämon. Außerdem erkennt man im unteren Bereich des Covers Geschäftsleute. Vermutlich ist dies eine Analogie zu Nalas Arbeitgeber ABM. 
So ganz überzeugt mich das Cover nicht, auch wenn es zumindest Parallelen zur Geschichte aufweist.



Wir begleiten Nala auch im zweiten Teil bei ihrem Job der Firma ABM. Besonders ist hier, dass ABM seinen Sitz nicht in einer uns bekannten Stadt hat, sondern in einer Parallelwelt und der Ortschaft LaBrock. Dort gibt es normale Menschen wie unsereins, aber auch Dämonen, Teufel, Wendigos, Kobolde, Walküren und viele, viele andere. Die Idee, dass eine Frau wegen eines Jobs in diese Stadt stolpert, gefiel mir schon im ersten Band. Und mit Nala, der Tollpatschigkeit in Person, wird das Ganze noch amüsanter.



Nala ist immer noch in ihrem Element, ungeschickt wie eh und je arbeitet sie bei ABM. Daran, dass Desmond, ihr Freund und der Hausmeister bei ABM, ein halber Dämon ist, hat sie sich so langsam gewöhnt. Aber gerade ist sie aus der letzten Misere um die Entführung einer Kollegin gestolpert, fällt sie auch schon ins nächste Abenteuer. Nala schafft es wie niemand sonst, in ein Fettnäpfchen nach dem anderen zu treten. Sie wirkt dadurch äußerst liebenswürdig und man möchte sie am liebsten vor all den Gefahren auf der Welt beschützen. Neben ihrer Tollpatschigkeit ist sie aber auch unglaublich neugierig und stur und was sie sich in den Kopf gesetzt hat, zieht sie durch. Auch, wenn es mit Lachern für den Leser verbunden ist oder man gar um ihr Leben fürchten muss. :)

Desmond versucht Nala zu beschützen, weil sie ein großes Talent hat, sich ständig in Gefahr zu begeben. Er ist wirklich ein starker, treuer Freund, um den jede Frau Nala beneidet. Und obendrein sieht er auch noch gut aus. ;-)

Ich könnte noch viele andere liebenswerte Charaktere nennen, aber diese beiden sind die Wichtigsten.



Durch den flüssigen Schreibstil von Frau Linnhe liest sich das Buch gut weg.
Besonders haben mir die humoristischen Passagen um Nala gefallen. Vor allem ihre überängstliche Art, die einfach zum Schießen ist. Auch die Gedankengänge von Nala sind zum einen überaus komplex dargestellt, sodass man sich gut in sie hineinversetzen kann, zum anderen triefen sie regelrecht vor Nalas erfrischend schreckhafter und zeitgleich selbstironischer Art.
Frau Linnhe schafft es, Nala sehr überzeugend darzustellen und der Geschichte überaus witzige Abschnitte zu verleihen.
Ein weiteres Plus sind die zärtlichen und erotischen Szenen zwischen Desmond und Nala. Sie waren anregend und bildlich beschrieben. 



Das Ende kann man getrost als Happy End bezeichnen, obwohl mich der Showdown nicht so recht überzeugt hat. Es wurde darauf hin gearbeitet, dass man als Leser gespannt ist, wer denn nun die Übeltäter sind und ob Nala tatsächlich mit ihren Vermutungen Recht hatte. Als es dann aber soweit war und man den Verbrechern gegenüber stand, war die Auflösung für mich recht enttäuschend. Das Erzähl-Tempo veränderte sich bei dem Showdown nicht, so dass bei mir die Effekte wie "offen stehender Mund" oder "große Augen" aus blieben. Es fehlte mir an der Stelle die nötige Spannung. Die gesamte Geschichte und vor allem Nala ließen ein wenig darüber hinweg sehen. ;-)



Eine gelungene Fortsetzung mit einer überzeugenden Hauptprotagonistin und einem amüsanten und dem gewissen Augenzwinkern ausgestatteten Erzählstil.
4 von 5 Isis


Band 1: Nicht menschlich Inc. -> Rezension
Band 2: Vor allem verhängnisvoll Inc.

Ein großer Dank geht an dieser Stelle an Frau Linnhe und den Verlag "bookshouse", die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben!

Hier kaufen: Vor allem verhängnisvoll Inc.  



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