Mittwoch, 20. Mai 2015

[Rezension] Josh Malerman - Bird Box

"Der gesamte Globus ist eingeschlossen. Die ganze Welt ist auf denselben Pappkarton begrenzt, der draußen die Vögel beherbergt. Malorie versteht, dass Tom nach einem Weg sucht, den Deckel zu öffnen. Er sucht nach einem Ausweg. Aber sie fragt sich, ob über diesem Deckel nicht ein zweiter ist und über diesem noch ein dritter."
Zitat Seite 234

Ich sehe was, das du nicht siehst - und es ist tödlich...

Malorie ist hochschwanger, als immer mehr Menschen aus aller Welt von einem schrecklichen Wahnsinn befallen werden und sterben. Gleichzeitig häufen sich die Meldungen von etwas Unheimlichem, dessen bloßer Anblick die Raserei auslösen soll. Schon bald herrscht überall gespenstische Ruhe. Die wenigen Überlebenden haben sich in kleinen versprengten Gruppen zusammengefunden und verbarrikadieren sich in ihren Häusern. Malorie versucht alles, um die Menschen, die sie liebt, zu beschützen – in einer Welt, die von vier Wänden und verdunkelten Fenstern begrenzt wird. Und in der man den Tod erblickt, sobald man nur die Augen öffnet …



Auf dem Cover sieht man den Titel "Bird Box" in großen Lettern, wobei das "O" leer ist und im Inneren dieses Buchstabens Vögel fliegen (auf der obigen Abbildung leider nicht sichtbar). Im Hintergrund des Titels befindet sich Holzmaserung, wie bei einer Holzbox. Die Buchstaben sind in Leuchtschrift gearbeitet, was ich nach einem gruseligen Leseabschnitt, nachts beim Weglegen des Buches, entdeckt hatte. Gänsehaut-Feeling pur. Erstklassiges Cover!



Mit "Bird Box" präsentiert uns Herr Malerman etwas vollkommen Neues. Ich mag es, Geschichten zu entdecken, die komplett fremd und vorher nie dagewesen sind.
Der Leser wird mit etwas konfrontiert, das beklemmend und beängstigend zugleich ist: Denn Menschen verfallen aus schier unerfindlichen Gründen in Raserei und töten sich selbst. Es ist gewiss, dass es an etwas liegen muss, das die Menschen vor ihrem Tot sehen. Doch, was ist es? Andere Menschen, eine außerirdische Rasse oder gar etwas für den Verstand komplett unbegreifliches? Man weiß nur, man darf seine Augen nicht öffnen. Niemals.



Hauptprotagonistin dieses Buches ist Malorie. Der Beginn der Katastrophe ist nahezu zeitgleich der Moment, an dem sie von ihrer ungeplanten Schwangerschaft erfährt. Zusammen mit ihrer Schwester verbarrikadiert sie sich, aber schon bald ist sie allein und erträgt es nicht mehr in ihrem alten Zuhause. Sie zieht weiter und kommt in einem Haus mit weiteren Überlebenden unter.
Gemeinsam mit den anderen muss sie sich arrangieren. Jeder hat seine festen Aufgaben in der Gemeinschaft.
Doch bald steht Malories Entbindung bevor und davor fürchtet sich nicht nur sie.
Malorie wird im Laufe der Geschichte immer mutiger und stärker. Sie macht eine große Entwicklung durch.



Herr Malerman hat eine sachlich distanzierte Schreibweise. Er berichtet, fast wie ein Nachrichtenreporter, über die Geschehnisse. Dies hat bei mir dafür gesorgt, dass ich mich mit keinem der Charaktere, auch nicht mit Malorie, identifizieren konnte und dass die Geschichte ein Stück weit entrückt wirkte. Ich kann aber nicht überzeugt sagen, dass dieser Schreibstil schlecht ist, denn trotzdem kam bei mir das notwendige Gruselgefühl auf.
Der Autor erzählt die Geschichte im Wechsel zwischen der Zeit Malories im Haus mit den Fremden, die bald ihre einzige Familie sind und von Malories Flucht aus dem Haus - fast 5 Jahre später, mit ihren Kindern. Der Leser erfährt nach und nach wichtige Einzelheiten, die sich mit der Gegenwart und der Vergangenheit sinnvoll verknüpfen.



Was erwartet man von dem Ende eines Endzeit-Romans? Friede, Freude, Eierkuchen - alles ist wieder gut? Das gibt es hier nicht und wäre auch unrealistisch. Zumindest ein paar Erklärungen? Die gibt es und die lassen noch zusätzlichen Spielraum für die eigene Phantasie.



Beklemmendes und bedrückendes Endzeit-Szenario mit einem neuen und unbekannten Faktor, der diesen Roman einzigartig macht. Gruselgarantie!
5 von 5 Isis'



Mein Dank geht an Blogg dein Buch und den Penhaligon Verlag, die mir freundlicherweise dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Hier findet ihr außerdem ein Interview mit Josh Malerman.




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