Dienstag, 7. Juli 2015

[Rezension] James Hankins - Brothers and Bones, Blutige Lügen

"In meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken, purzelten übereinander, rumpelten durch mein Hirn wie nasse Turnschuhe in einem Wäschetrockner." Zitat Seite 378

»Danke, Wiley.« Vier Silben, die das Leben des jungen Staatsanwalts Charlie Beckham von Grund auf verändern. Denn den Spitznamen, bei dem ihn der Obdachlose in der U-Bahn nennt, kannte nur einer – sein Bruder Jake. Der investigative Journalist verschwand vor vielen Jahren spurlos. Weiß der Fremde, was damals mit ihm passierte? Ist Jake vielleicht sogar noch am Leben? Charlies Suche führt ihn in die finstersten Gassen Bostons, denn nur die skrupellosesten Männer der Stadt können ihm Antworten auf all seine Fragen geben …



Das Cover ist nett gestaltet, zeigt eine Art Fabrik, einige Fabrik-Geländer und einen Mann mittig auf einer Ebene der Fabrik. Passend ist dieses Cover allerdings nicht. Ich sehe keine Parallele zum Buch.



Charlies Bruder Jake wird seit Jahren vermisst und wurde inzwischen offiziell für tot erklärt, aber dennoch hat Charlie diesen Umstand nicht verarbeitet, weil er immer noch mit Jakes Rückkehr rechnet. Als ein Obdachloser ihn in der U-Bahnstation mit Wiley anspricht, dem Namen, den nur sein Bruder Jake benutzt hat, ist es für Charlie eindeutig. Das ist ein Zeichen für ihn, dass Jake noch leben muss oder der Obdachlose ihn gekannt hat und eventuell etwas über seinen Verbleib weiß. Damit beginnt Charlies Odyssee.
Für den Hauptprotagonisten ist die Suche nach seinem Bruder eine wahre Obsession. Nie hat er Jake aufgegeben und greift nach dem einzigen Strohhalm, den er nun in dem Obdachlosen findet. 
Ziemlich schnell wird die Geschichte sehr rasant und Charlie gerät ins Visier der Mächtigsten der Mächtigen. Die Verwicklungen in dem Buch sind spannend erzählt und lesen sich zwar wie ein Drehbuch zu einem Actionfilm, aber überzogen fand ich sie nicht. Es war genau auf einen glaubwürdigen und auch überraschenden Punkt gebracht.
Im Nachhinein betrachtet, muss ich feststellen, dass die Thematik in dem Buch eigentlich nichts für mich ist, aber ich wurde dennoch gut unterhalten und nicht enttäuscht.



Charlie ist ein erfolgreicher Staatsanwalt, der durch den Zusammenstoß mit dem Obdachlosen vollkommen aus der Bahn gerät. Auch vor der Begebenheit war Charlie nicht besonders stabil, da er sich ständig verfolgt fühlt und deswegen auch in psychologischer Behandlung ist. Verzweifelt versucht Charlie den Obdachlosen zu finden und gerät in einen Strudel aus Macht und Intrigen und muss sich mit den wirklich Großen anlegen und außerdem erkennen, dass sich Jake mit heiklen Dingen beschäftigt hat. Er kann niemandem mehr vertrauen und ist auf sich allein gestellt. Nur der Obdachlose Bones, oder Bonz genannt, ist sein einziger Freund.
Charlie tat mir die ganze Zeit über sehr Leid. Was er alles durchmachen musste, ist unglaublich. Geholfen hat ihm dabei sicher auch sein fotografisches Gedächtnis, womit er sich erfolgreich durch die ein oder andere missliche Lage manövrieren konnte. Für Leute ohne diese Fähigkeit wäre das Ganze unmöglich gewesen und die Geschichte hätte überzogen gewirkt. Der Autor hat damit eine schmale Gratwanderung unternommen. 
Bones ist ein wirklich besonderer Protagonist. Er ist ein knallharter Typ und war mir mit seiner Art von Anfang an sympathisch. 



Hankins hat eine flüssige Schreibweise, die gut verständlich und leicht zu verfolgen ist. Stellenweise hat er mich mit ewigen Ausschweifungen zu den Gedankengängen von Charlie oder Informationen, die für das Fortschreiten der Geschichte nicht relevant sind, genervt. Vieles hätte er getrost weglassen und die Seitenzahl dadurch etwas verkürzen können.
Positiv ist mir seine humoristische Art aufgefallen, wie er Charlies Gedanken in ironischer und sarkastischer Weise übermittelt hat.



Das Ende ist, wie nahezu alles in diesem Buch, darauf ausgelegt, möglichst viel Tam Tam zu machen. Überraschende Wendungen, Enthüllungen und jede Menge angespannte Stimmung.



In dem Buch gab es mir ein bisschen zu viel ausschweifende Erläuterungen und die Action-Szenen sind haarscharf an der Möglichkeit vorbei geschlittert, ihre Glaubwürdigkeit anzuzweifeln. Ansonsten eine nette Unterhaltung.
3 1/2 von 5 Isis'





1 Kommentar:

  1. Hallo und guten Tag,

    O.K. Danke für diese interessante Rezi.

    LG..Karin...

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