Dienstag, 22. September 2015

[Rezension] A. G. Riddle - Das Atlantis Gen: Die Atlantis-Trilogie, Band 1

""Ich sehe ein achtzig Jahre altes Nazi-U-Boot und ein Ding, das ein fremdes Raumschiff sein könnte, aus einem Eisberg vor der Antarktis ragen. Es gibt im Moment wenig, das mich überrascht, Dorian."" Zitat S. 213

Wie wurden wir eigentlich zur Krone der Schöpfung?

Vor 70.000 Jahren stand die Menschheit vor der Auslöschung ... Doch ein unerklärlicher Entwicklungssprung setzte den Homo sapiens an die Spitze der Evolution ... Nach geheimen Erkenntnissen liegt der Schlüssel hierfür im Atlantis-Gen, dem Vermächtnis der atlantischen Hochkultur ... Der mysteriöse Großkonzern Immari ist auf der Suche nach diesem Gen ... Das Ziel: ein neuer Typus Mensch ... Dafür beschwört Immari eine globale Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes herauf ... Nur die Geheimorganisation Clocktower kennt diesen fatalen Plan ... Als in der Antarktis ein Höhlenlabyrinth aus atlantischer Vorzeit gefunden wird, beginnt der Kampf um die Zukunft der Menschheit!



Mit der Explosion erinnert das Cover als aller erstes an einen reißerischen Actionfilm. Ein U-Boot ragt aus einer dicken Eisschicht heraus und explodiert im unteren Bereich. Für mich hätte die Abbildung auch ohne den Feuerball genügt, aber das ist wohl Geschmackssache. Passend gewählt sind Eisberg und U-Boot dennoch.



Die Geschichte ist sehr komplex und wird nicht ohne Grund in einer Trilogie abgehandelt.
Der Inhalt verweist auf bekannte Verschwörungstheorien und der Autor verwebt diese gekonnt miteinander, um eine einzigartige Mischung zu schaffen. Von Atlantis, dem 11. September bis hin zur Suche nach dem Ur-Gen ist alles dabei, geschickt in einen großen Zusammenhang gepackt. Der Roman ist frei konstruiert, bis auf die Passagen, die es nicht sind, wie der Autor so schön in der Einleitung anmerkt. :)
Die Komplexität sorgt dafür, dass man sich stark konzentrieren muss, um den Faden nicht zu verlieren. Einige Abschnitte sind aber dennoch in meinem geistigen Nirvana verschwunden, weil ich sie schlichtweg nicht verstanden habe. Und dabei halte ich mich nicht für ungebildet. Zu viele medizinische und technische Facheinzelheiten und geschichtliche Hintergründe sprengten den Rahmen in meinem Kopf. Das trübt aber nur im geringen Maß die Lesebegeisterung.



Die beiden wichtigsten Protagonisten sind Dr. Kate Warner und David Vale.
Kate ist Leiterin eines Forschungszentrums in Jakarta und arbeitet mit/an autistischen Kindern. Sie ist sehr strebsam, aber auch immer um das Wohl der Kinder bemüht. Ein geheimes Projekt von ihr wird von ihrem Ziehvater Martin Grey finanziert. Aber genau jenes Projekt bringt sie in Schwierigkeiten und befördert sie mitten in Verfolgungsjagden quer durch die Landen.
Unterstützt wird sie von David Vale, einem Geheimagenten der Clocktower Vereinigung, einer Art Terrorabwehrorganisation, die ein Arm der hiesigen Immari Corporation ist. Clocktower wird unterwandert und David gerät auf die Abschussliste, da die Drahtzieher wissen, dass er brisante Geheimnisse um Immari und ihre Weltmachtspläne kennt. Verschwörungstheoretiker und Kenner werden hier sicher sofort an die Illuminati denken. Vermutlich hat der Autor diese Vereinigung bewusst etwas anders genannt, um sich einen schriftstellerischen Freiraum zu schaffen und eventuell entstehende Verbindungen zu Werken von Dan Brown zu vermeiden. 
Die Hauptcharaktere kommen sich im Buch mit der Zeit näher, aber nicht auf unangenehm schnulzige Art und Weise, sondern so, wie es bei einer Flucht quer über die Erde realistisch und vorstellbar ist.



Wie eingangs erwähnt, liest sich das Buch aufgrund der ganzen komplexen Themengebiete etwas starr und schafft dadurch eine gewisse Distanz
Aufgewogen wird dies allerdings mit dem spannungsgeladenen Erzählstil von Herrn Riddle. Seine angenehm kurzen Kapitel schaffen einen konstanten Spannungslevel, der sich bis zum Ende durchzieht und kaum zwischendurch abflacht. Das Buch liest sich daher trotz der fachspezifischen Erläuterungen flüssig. Einzelne Szenen haben in meinem Kopf einen Action-Film ablaufen lassen und vermutlich wird es gar nicht lange dauern, bis sich jemand die Filmrechte für diese Trilogie sichert.
Positiv und einfallsreich ist mir außerdem ein Abschnitt in Erinnerung geblieben, in dem man als Leser selbst, und zwar im Dechiffrieren, tätig werden konnte. Solche interaktiven Passagen mag ich sehr und ich finde, sie verleihen der Szene einen zusätzlichen Schliff.



Das Ende ist nicht mitreißender gestaltet als der Rest des Buches; der Dramatik-Level bleibt konstant. Der Schluss lässt vieles offen und hat dazu geführt, dass ich mir sofort den Nachfolgeband bestellt habe. Diesen werde ich so schnell als möglich lesen, damit nicht zu vieles vom 1. Teil in Vergessenheit gerät. Durch die verflochtenen Handlungen besteht die Gefahr auf jeden Fall.



Eine komplexe Handlung verfeinert mit einem actiongeladenen und rasanten Erzählstil und einer Prise Verschwörungstheorie.
4 von 5 Isis'


1. Das Atlantis-Gen
2. Das Atlantis-Virus -> Rezension
3. Die Atlantis-Vernichtung


Ich bedanke mich ganz herzlich beim Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar.

Hier kaufen: Das Atlantis-Gen: Roman (Die Atlantis-Trilogie, Band 1)  



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