Donnerstag, 17. September 2015

[Rezension] Kim Harrison - Blutspiel: Die Rachel-Morgan-Serie 2

"Und wenn ein streunender Hund vorbeilief, wurde nicht der Tierschutzverein  gerufen, denn es konnte ja eventuell das Nachbarskind sein, das mal wieder die Schule schwänzte." Zitat S. 56

Nach einer weltumspannenden Seuche hat sich das Leben auf der Erde grundlegend verändert: Die magischen Wesen sind aus dem Schatten getreten, Vampire, Kobolde und andere Untote machen die Straßen unsicher. Dies ist die Geschichte der Hexe und Kopfgeldjägerin Rachel Morgan, deren Job es ist, diese finsteren Kreaturen zur Strecke zu bringen ...



Wie auch im ersten Band betrachtet der Leser auf diesem Cover ein überdimensionales Auge. Iris und Pupille sind grün und besitzen kraterartige Färbungen wie der Mond. Der Wolf, der ebenfalls in dem Auge zu sehen ist, heult den Mond an.
Dieses Cover ist überhaupt nicht passend gewählt, denn in diesem Teil geht es nur am Rande um Werwölfe oder sogenannte Tiermenschen. Es gibt jedoch noch eine weitere Auflage der Bände und in dieser finde ich das Cover weitaus stimmiger. 



Das Buch knüpft nahtlos an den Vorgängerband "Blutspur" an. Rachel ist nach wie Runner in ihrer eigenen Firma, die sie mit Ivy dem Vampir und Jenks dem Pixie gegründet hat und geht zu Beginn von Teil 2 gleich einem Auftrag nach. Man wird also direkt ins Geschehen hinein katapultiert. 
In "Blutspiel" hat es Rachel immer noch auf Trent Kalamack abgesehen und verdächtigt ihn jüngst begangener Morde. Da kommt ihr der Auftrag des FIB, den Mörder ausfindig zu machen, gerade Recht. Außerdem muss sich Rachel wie so oft Ivys Blutgier wiedersetzen und obendrein weiterhin mit ihrem eigenen Dämon Algaliarept kämpfen.
Frau Harrison streut in diesem Teil neue Hintergrundinformationen ein. Ich finde das sehr interessant, denn so erfährt man als Leser nicht sofort alles im 1. Band, sondern kommt der Geschichte Stück für Stück näher und lernt, gerade bei Charakteren, diese erst nach und nach besser kennen. Wie in der Realität.
Wenn man den 2. Band nicht gleich im Anschluss an Nummer 1 liest, so wie meine Wenigkeit, ist man ganz schön aufgeschmissen. Ich finde es gut, dass Frau Harrison sich nicht lange mit Vorgeplänkel aufhält und gleich zur Sache kommt, aber ein bisschen mehr Hintergrundinformationen à la "was ist bisher geschehen" wären von Vorteil gewesen. Und den 1. Teil mal eben nach diversen Schlüsselszenen zu durchsuchen, ist bei über 600 Seiten eher müßig. Schade, dadurch hatte ich immer das Gefühl, nicht richtig dabei zu sein.



Rachel Morgan ist unsere Hauptprotagonistin. Der Leser begleitet nur sie durch die Abenteuer. Sie lässt sich nichts gefallen, ist mutig und stark. 
Leider hatte ich allzu oft auch den Eindruck, dass sie sich wie ein störrisches Kind benimmt, das mit dem Fuß aufstampft und schreit "Ich mache es aber wie ich will!" Sie geht über das hinaus, was angemessen ist und begibt sich aufgrund ihrer Sturheit in gefährliche Situationen und scheitert natürlich nicht nur einmal. Sie hat Probleme mit Autorität und erst recht damit, auch einmal andere Leute entscheiden zu lassen. Immer muss sie sich anderen Meinungen und Regeln widersetzen. Das hat mich schon ziemlich genervt. Aber vielleicht ist Rachels Charakter ja bewusst so von der Autorin gezeichnet worden, ich weiß es nicht. Es fördert jedenfalls nicht die Sympathie für die angeblich toughe, coole und selbstbewusste Hauptprogatonistin.



Das Buch erlebt der Leser in der Ich-Form, erzählt aus der Sicht von Rachel. So bekommt man natürlich eine eher einseitige Betrachtung der Dinge
Frau Harrison hat einen einfachen und flüssigen Schreibstil. Spannung kann sie gut aufbauen und auf den Höhepunkt treiben. An Humor fehlt es ihr auch nicht.
Allerdings hatte ich fast am Ende des Buches, als es dann WIRKLICH mal nervenaufreibend wurde, das Gefühl meine Zeit mit den vorangegangenen 450 Seiten verschwendet zu haben. Die Geschichte dümpelte, verglichen mit dem Schluss, eher vor sich hin. Sie las sich zwar gut weg, aber der Spannungsbogen fehlte. Den setzt die Autorin erst zum Schluss an und spannt daher nur einen kleinen Bogen.



Das Ende wiederum - das muss man der Autorin lassen - ist wirklich sehr spannend, sodass ich als anfangs nicht so begeisterter Leser hier natürlich in der Zwickmühle stecke, weil ich neugierig bin, wie es im Folgeband weitergeht. Falls ich mir den 3. Teil kaufe, werde ich mir auf jeden Fall vornehmen, ihn nicht erst ein Jahr später zu lesen.



Konfrontiert mit einer störrischen und kindischen Protagonistin sucht der Leser nach dem roten Faden und dem Spannungsbogen. Der rote Faden findet sich, genauso wie der Bogen, erst am Ende in einem fulminanten, mitreißenden Schluss wider.
3 1/2 von 5 Isis'


1. Blutspur => Rezension
2. Blutspiel
3. Blutjagd
4. Blutpakt
5. Blutlied
6. Blutnacht
7. Blutkind
8. Blutleid
9. Blutdämon
10. Blutsbande
11. Blutschwur

Hier kaufen: Blutspiel: Die Rachel-Morgan-Serie 2 - Roman




Kommentare:

  1. Von der Reihe habe ich auch ein Buch gelesen, allerdings war sie mir damals schon zu umfangreich, um sie weiter zu verfolgen.
    Liebe Grüße walli :-)

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  2. Huhu Walli,

    ja die Bücher sind alle sehr dick und haben über 600 Seiten. Klar kann man da als Autorin nicht alle Seiten durchgehend mit Spannung füllen. Was man aber kann, ist, ein paar Seiten wegzulassen. ;-)

    Ich würde jetzt frei heraus einfach mal sagen: Du hast nichts verpasst, Walli. :)

    GLG
    Steffi

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