Dienstag, 13. Oktober 2015

[Rezension] Yvonne Gees - Samtpfotes Brut

"« Die Kleine hat angeblich Ellas Vater gebissen. Ich meine: Das ist doch nur ein Kätzchen, das spielen will! Die Leute haben doch alle einen an der Birne!»" Zitat S. 23

Auf leisen Pfoten tapst der Tod ins Haus.

Andrea Holmer lebt auf dem Land und hat ein großes Herz für Tiere. Als ihre Schwester, die Tierschützerin Birgit Graf, eine aus dem Versuchslabor gerettete schwangere Katzendame bei ihr unterbringen möchte, kann sie nicht nein sagen. Auch ihre zehnjährige Tochter Lisa freut sich über das neue Haustier, das schon bald seine Jungen zur Welt bringt. Die Holmers verteilen den üppigen Wurf an tierfreundliche Menschen in ihrem Umfeld, müssen aber schnell feststellen, dass diese Tiere überhaupt nicht menschenfreundlich sind.

Sie wissen, wo es weh tut. Und sie vermehren sich rasant.



Das Cover ist herrlich anzusehen. Immer wieder habe ich mich dabei ertappt, dass ich die wunderschönen und hypnotischen Augen der Katze angestarrt habe. Auch das hübsche weiße Fell lädt zum Streicheln ein. Der leicht arrogante Blick der Katze unterstreicht die optische Wahrnehmung noch. Und das blutverschmierte Maul fällt dabei kaum auf. ;-)
Abgebildet ist hier Samtpfote, die Kätzin, um die und ihre Kitten es sich in diesem Buch dreht. Samtpfote ist dabei aber eigentlich noch die Harmloseste von allen...



Tierschützer retten eine Katze aus einem Tierversuchslabor. Die Katze ist schwanger und kommt bei einer netten Familie unter. Ihre Kitten werden an interessierte Familien in der Nachbarschaft verschenkt. Dies ist der nette Teil der Geschichte. :-)
Die Familien müssen ganz schnell feststellen, dass die Babys der geretteten Katze Samtpfote wahrhaftige Monster sind. Richtig horrormäßig wird es aber noch, denn die Katzen wurden im Labor genmanipuliert und weisen hohes Aggressionspotential auf, das durch Querkreuzungen erst ab der 4. Nachkommen-Generation richtig ausgereift ist. Samtpfotes Wurf war Generation Nummer 3...



In diesem Buch dreht sich vorrangig alles um die Familie Holmer. Tochter Lisa, Mutter Andrea und Vater Stefan Holmer. Sie geben eine sehr harmonische Familie ab. Mutter und Vater sind fürsorglich, packen ihre Tochter aber auch nicht in Watte. Lisa ist für ihr Alter recht intelligent und abgeklärt.
Die Katze Samtpfote bekommen sie von Andreas Schwester Birgit. Birgit weiß allerdings nicht, was sie ihrer Schwester da ins Haus bringt. Als die 4 dies erkennen, ist es bereits zu spät.



Frau Gees hat einen angenehm flüssigen Schreibstil. Das Buch ist durchweg spannend und wird zusätzlich noch mit nervenaufreibenden Passagen gespickt, die die Sicherheit, in der sich die Protagonisten und auch der Leser gewogen haben, wieder aufrütteln. Und gerade wenn man sich fragt, was denn das bisher Gelesene noch toppen mag, zeigt die Autorin uns die nächste Stufe der Brutalität durch die Katzen auf. Sehr gut finde ich, dass sich eben nicht alles nur um Katzen dreht. Im letzten Drittel flechtet Frau Gees wichtige Hintergrund-Erklärungen zu den Tierversuchen ein und bringt noch ein neues Element auf den Plan. Aber dazu verrate ich euch nichts, denn das müsst ihr schon selber lesen. ;-)
Das Buch ist zwar recht kurz, aber alles wird schlüssig aufgelöst und auch die richtige Dosis Katzenhorror wurde beigemischt.



Der Schluss ist natürlich ein richtiger Showdown, der noch für Überraschungen gut ist.



Dieser Roman ist Horror wie er im Buche steht. Blutig, grausam und angsteinflößend. Frau Gees ist damit ein kurzer und knackiger, aber auch überzeugender Horror gelungen.
5 von 5 Isis'

Hier findet ihr ein Interview mit der Autorin.



Ein großer Dank geht an die Autorin Yvonne Gees, die mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Hier kaufen: Samtpfotes Brut  



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