Dienstag, 26. Januar 2016

[Rezension] Dmitry Glukhovsky - Metro 2033 (abgebrochen)


Es ist das Jahr 2033. Nach einem verheerenden Krieg liegen weite Teile der Welt in Schutt und Asche. Moskau ist eine Geisterstadt, bevölkert von Mutanten und Ungeheuern. Die wenigen verbliebenen Menschen haben sich in das weit verzweigte U-Bahn-Netz der Hauptstadt zurückgezogen und dort die skurrilsten Gesellschaftsformen entwickelt. Sie leben unter ständiger Bedrohung der monströsen Wesen, die versuchen, von oben in die Metro einzudringen … Dies ist die Geschichte des jungen Artjom, der sich auf eine abenteuerliche Reise durch die U-Bahn-Tunnel macht, auf der Suche nach einem geheimnisvollen Objekt, das die Menschheit vor der endgültigen Vernichtung bewahren soll.



Wenn man das Cover betrachtet, bekommt eine Assoziation von einem U-Bahn-/ bzw. Metro-Liniennetz. Und ich denke, genau das soll es uns auch vermitteln. Nicht mehr, nicht weniger. Ansonsten ist der Buchdeckel recht unspektakulär.



Was passiert, wenn die Menschheit sich nach einem nuklearen Holocaust in den Untergrund, genauer gesagt in die Weiten des Metro-Untergrundes, begibt? Keine schöne Vorstellung, aber die Menschheit hat überlebt - ist es das nicht wert?
Die Flüchtigen scharen sich in den einzelnen Metrostationen zusammen und bilden, jede Station für sich, eine Einheit mit Vorschriften und Regeln. Und Regeln muss es geben, denn sonst bricht das gesamte soziale Netzwerk zusammen.
Wären da nur nicht diese merkwürdigen Wesen und Erscheinungen, die in den Tunneln zwischen den Stationen umher irren, dann wäre vieles leichter.
Mittendrin ist der Jugendliche Artjom, dessen Geschichte der Leser verfolgt.



Der Leser erlebt die Geschichte aus der Sicht von Artjom. Er lebt in der Station namens WDNCh, die recht friedlich organisiert ist. Jeden Tag geht er einer kleinen Arbeit nach, sei es in der Station oder an der Grenze zu den Tunneln, plaudert mit seinem Freund oder wartet auf die Rückkehr von seinem Onkel Suchoj.
Eines Tages erscheint ein merkwürdiger Fremder in der Station und bittet Artjom um einen Gefallen. Falls der Fremde nicht von einem Streifzug in die gefährlichen menschenverlassenen Regionen der Metro zurückkehrt, soll sich Artjom auf den Weg zu seinem Bekannten machen, um ihm Auskunft hierüber zu geben. Das Buch wäre natürlich an dieser Stelle beendet, wenn der Fremde einfach zurückgekehrt wäre. So also macht sich Artjom auf den Weg zu einer beschwerlichen Reise durch die unheimlichen Tunnel und schillernden Stationen der hiesigen Metro.
Artjom wirkt recht unreif, obwohl er schon mit Schusswaffen herumfuchteln darf. Manchmal ist er impulsiv, steht kurz vor einem kindlichen Ausraster und muss nicht nur einmal von anderen zurück gehalten werden. Eigentlich so, wie man sich einen typischen Teenager vorstellt. Trotzdem ist er mir einfach unsympathisch. Er hat nichts Liebenswertes an sich, nichts Ansprechendes, sondern wirkt eher wie ein kleiner stoischer Esel. Vielleicht ist er aber genau deshalb der Richtige für diese Mission.



Der Schreibstil von Herrn Glukhovsky hat dazu geführt, dass ich das Buch abgebrochen habe.
Zum einen muss man sich durch ellenlange Kapitel quälen, ohne Absätze oder Verschnaufpausen für den Leser. Dadurch zieht sich der Plot wie Kaugummi.
Hinzu kommen dann die vielen, wirklich vielen Metrostationen, die ständig, und das auch noch auf Russisch, wiederholt werden müssen. Vor lauter "skaja" weiß man schon gar nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Gerade zu Anfang wird einem erstmal das gesamte Metronetz runterzitiert.
Zum anderen wartet man vergeblich auf die gruseligen und unheimlichen Szenen, die einem unterschwellig im Klappentext versprochen werden. Immer, wenn die Spannungskurve ansteigt und man denkt, "hey, jetzt kommt etwas Packendes", flacht die Kurve wieder ab und die Handlung plätschert weiter. Das war leider nicht nur einmal so, sondern ständig. Immer und immer wieder. Und irgendwann habe ich die weiße Fahne gehisst. Wenn die Geschichte erst im letzten Drittel Fahrt aufnimmt, tut es mir Leid - denn ich bin leider schon ausgestiegen.



Die fehlende Sogwirkung, ein unsympathischer Protagonist und der leserunfreundliche Kapitelaufbau haben dazu geführt, dass ich in dieser Metro nicht mehr verkehren werde.
2 1/2 von 5 Isis


1. Metro 2033
2. Metro 2034
3. Metro 2035




Kommentare:

  1. Ich fand es gar nicht so übel. Schade dass es dir so gar nicht gefallen hat. Aber ich fand auch das die Handlung so vor sich hingeplätschert ist.
    LG

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    1. Huhu,

      ja, irgendwie bin ich damit nicht warm geworden. Ich habe wirklich mehrmals überlegt, ob ich es zur Seite lege. Letztendlich haben die fehlende Spannung und mein SuB an Rezi-Exemplaren dafür gesprochen. ;-)

      Liebe Grüße
      Steffi

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  2. Hey,

    das klingt wirklich nicht so toll :(
    Ich hatte das Buch bis jetzt nicht auf dem Schirm, werde dann wohl aber auch einen Bogen drum machen ;)
    Klingt nicht unbedingt nach meinem Stil ...

    LG
    Sonja

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    1. Hallo Sonja,

      wenn es sowieso nicht dein Stil ist, lass es lieber. Das stimmt. :) Ansonsten hätte ich gesagt, probier es einfach, denn das Buch hat bei Amazon durchaus gute Bewertungen. Ich frage mich allerdings, wieso... o_O

      Grüßlies
      Steffi

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  3. Huhu Steffi,
    Ooh, das Buch steht auch auf meiner WuLi... Werde ich wohl erst mal wieder zurück stellen.
    Danke für deine Meinung!

    Liebe Grüße vom Lesemonsterchen Dani

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    1. Huhu Dani,

      ja, das Buch ist wirklich schwer zu lesen. Aber so wie ich mir vorstellen das kann, findest du noch viele andere Bücher, die du gerne vorziehst. ;-)

      Steffi

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  4. Hallo Steffi,
    schade dass dir das Buch so gar nicht zugesagt hat aber Geschmäcker sind ja verschieden. Mir hat es sehr gut gefallen und ich fand, es kommen auch einige spannende und unheimliche Stellen vor. =) Deine Meinung zu den vielen Metrostationen kann ich allerdings nachvollziehen.
    Liebe Grüße,
    Nimue

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    1. Hallo Nimue,

      so richtig spannend und gruselig fand ich es leider nicht. Immer, wenn ich dachte, "oh, jetzt wird's gruselig", ist die Spannung wieder abgeflaut und nix da mit Grusel. :( Vielleicht bin ich aber auch einfach nur nicht weit genug vorgedrungen.

      Liebe Grüße
      Steffi

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