Mittwoch, 13. Januar 2016

[Rezension] J. P. Conrad - Ort des Bösen


Skandalreporter Jack Calhey glaubt nicht an Geister und Dämonen. Doch als sein guter Freund Felix von einer Recherchereise für ein Buch über unerklärliche Phänomene nicht mehr zurückkehrt, wird sein Glaube jäh erschüttert: Felix‘ Spur verliert sich ausgerechnet in dem kleinen schottischen Dorf, das vor fünfzig Jahren von einem Dämon heimgesucht worden sein soll. Und plötzlich kommt es genau dort zu neuen, tragischen Unglückfällen. 

Getrieben von seinem journalistischen Spürsinn, heftet sich Jack an die Fersen seines Freundes. Bald muss er erkennen, dass in dem beschaulichen Küstenort Gleann Brònach nicht alles so friedlich ist, wie es den Anschein hat. Und tatsächlich scheint eine unheimliche Präsenz allgegenwärtig, die ihm nach dem Leben trachtet...



Von dem Cover blicken einem rot glühende Augen entgegen. Passend zum Klappentext sollen die Augen etwas Dämonisches darstellen. Drohend und gefährlich. Im gleichen Rotton prangert der Titel über dem Cover. Um die Augen herum erkennt man Ansatz von Fell, was den Leser zur Überlegung führt, ob der Dämon übernatürlich oder eine Art Tier ist.



Der Klappentext kommt etwas mystisch daher, dennoch kann man sich denken, dass hinter den Geschehnissen in Gleann Brònach nicht viel Hokuspokus steckt und es für das Ganze eine logische Erklärung gibt.
Der hochmotivierte Jack reist seinem Freund Felix nach Schottland nach. Jack macht sich Sorgen, denn nach der E-Mail über Felix' Ankunft in Gleann Brònach hat er nichts mehr von ihm gehört. Natürlich spielt dabei auch sein Journalisten-Herz eine Rolle, denn er hofft vermutlich genauso wie Felix' auf DIE Story hinter dem Dämon von Gleann Brònach.
Mir wäre es zwar lieber gewesen wäre, wenn "Ort des Bösen" eine Horrorgeschichte gewesen wäre, aber durch die eingebetteten Psycho- und Thrillerelemente kam ich als Leser dennoch auf meine Kosten.



Jack Calhey ist unser Hauptprotagonist in dem Buch. Er verbringt mit seiner Frau Grace ein glückliches Leben als Journalist. Alles ändert sich drastisch, als er seinem vermissten Freund Felix nach Schottland ins abgelegene Gleann Brònach hinterher reist. Nicht nur wegen der Sorge um seinen Freund, sondern auch durch seinen Journalisten-Spürsinns angetrieben, begibt er sich auf die Reise. Was ihn dort erwartet, kann er jedoch nicht erahnen.
Jack ist stets freundlich zu seinen Mitmenschen und wirkt wie jemand, der keiner Fliege etwas zuleide tun könnte. Er hat keine Ecken und Kanten, sondern ist einfach nur unkompliziert und straight.
Neben Calheys Geschichte verläuft außerdem ein Erzählstrang um Evie. Der Leser lernt sie als kleines Mädchen kennen und begleitet sie bis ins Erwachsenenalter. Zutiefst erschüttert von dem Selbstmord ihrer depressiven Mutter wird sie zu allem Überfluss auch noch jahrelang von ihrem Vater vergewaltigt. Um zu wissen, wie sich das arme Mädchen entwickelt, muss man kein Psychologe sein. Sie gerät auf die schiefe Bahn und ist fortan außer Stande, jegliche Art von Gefühlen zu äußern oder zu empfinden. Sie fühlt sich nur wohl, wenn sie die Zügel in der Hand behält. Herr Conrad hat mit Evie eine interessante und facettenreiche Persönlichkeit gezeichnet.



Der Autor verwendet mehrere Zeitstränge, um die Geschichte zu erzählen. Er versieht dabei sämtliche Kapitel mit Zeitangaben, d.h. mit Tag, Monat, Jahr und Uhrzeit. Der Leser soll sich damit zurecht finden können und eine genaue Zuordnung der Ereignisse soll gewährleistet sein. Die unterschiedlichen Zeitebenen sind gerade deswegen interessant, weil sie irgendwann schlüssig und logisch zusammen führen und einem den nötigen Aha-Effekt geben. Dennoch musste ich häufig ins Inhaltsverzeichnis blättern, um mich noch einmal zu vergewissern, welches Jahr die bereits gelesenen Kapitel hatten. Besonders zu Anfang machen die Jahreszahlen stellenweise große Sprünge und man muss sich als Leser erst einmal zurecht finden.
Herr Conrad hat ein großes Talent seine Erzählungen bildhaft darzustellen. Vor dem geistigen Auge blitzen die Szenen geradezu authentisch auf und machen das Gelesene plastischer. Beispielhaft ist dabei dieser Satz auf Seite 9: "Ihr zitternder, mit rotem Plastiknagel dekorierter Zeigefinger deutete zum Ausgang."
Als einziges Manko ist die Rechtschreibung zu nennen. Mir sind sehr viele orthographische Fehler aufgefallen, die den Lesefluss leider deutlich gestört haben.



Das Ende ist logisch, spannend und gibt einem noch einen weiteren Aha-Effekt. Schlussendlich führen sämtliche Stränge zusammen und alles wird aufgelöst. Herr Conrad verirrt sich nicht in seinen Erzählebenen, sondern entwirrt für den Leser alles zufriedenstellend.



Eine gelungen bildhafte Story mit schlüssig zusammenführenden Erzählsträngen und einer interessanten Protagonistin. Leider aber auch mit vielen Rechtschreibfehlern.
3,5 von 5 Isis'


Hier kaufen: Ort des Bösen



Kommentare:

  1. Huhu,

    auch wieder so eine Geschichte, die ich gerne auf meine WuLi setzte.
    Denn genau solche Romane mag ich einfach. Danke für den Tipp.

    LG..Karin...

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    1. Hallo liebe Karin,

      gern geschehen!
      Ich hoffe, du hattest einen guten Start ins neue Jahr!

      LG Steffi

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  2. Hey Steffi :D

    Da ich aufgrund meiner Bloggerpause schon lange nicht mehr hier ware, muss ich mich gleich mal durch deine neuen Posts stöbern :D
    Dieses Buch klingt schon mal echt gut und werde ich mir auch definitiv mal merken ;)
    Vielleicht kommt ja irgendwann noch eine überarbeitete Version ohne die vielen Rechtschreibfehler heraus, fände ich super, da mich so etwas oftmals tierisch nervt und mich auch nicht richtig im Buch versinken lässt >...<

    LG
    Haveny

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    1. Hallo Haveny,

      schön dich wiederzusehen. ^^
      Die Story hinter dem Buch ist wirklich spannend. Wag dich also gern mal ran.
      Vielleicht bringt der Autor ja bald eine Neuauflage heraus.

      GLG Steffi

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Ich freue mich über eure Kommentare!

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