Mittwoch, 25. Mai 2016

[Rezension] Ann-Kathrin Karschnick - Phoenix - Tochter der Asche

"Seine Befürchtungen ertranken darin nicht, so sehr er es sich auch wünschte. Stattdessen planschten sie fröhlich auf dem Schaum und winkten ihm hämisch zu." Zitat S. 67

Europa liegt nach einem fehlgeschlagenen Experiment im Jahr 1913 und diversen Kriegen mit Amerika in Trümmern. Mithilfe des damals führenden Wissenschaftlers Nicola Tesla bauten die Saiwalo, eine überirdische Macht, Europa langsam wieder auf. 120 Jahre später erschüttert eine Mordserie Hamburg, die sich niemand erklären kann. Leon, ein Anhänger der Saiwalo und Mitglied der Kontinentalarmee, wird auf die Fälle angesetzt und trifft bei seinen Ermittlungen auf die rätselhafte Tavi. Wer ist sie und wieso ist sie so fest von der Schuld der Saiwalo an den Morden überzeugt?



Das Cover zeigt eine Frau mit Flügeln auf einem Häuserdach. Diese Frau soll Tavi, eine Phoenix, sein. Sie blickt in den wolkenverhangenen Himmel und auf die zerfallene Stadt. Oben auf prangert das brennende Wort "Phoenix". Dieses Cover entfaltet eine gewisse Sentimentalität im Betrachter. Ich finde es ansprechend und schön.
Hervorheben muss ich außerdem die gezeichnete Feder auf dem Schnitt des Buches. Sie ist orange und begleitet den Leser jedes Mal beim Umblättern der Seiten.



Die Geschichte spielt in der Zukunft, nicht weit von unserer Zeit entfernt. Die Menschen sind sich sogenannter Seelenloser bewusst, die unter ihnen wandeln und mit allen Mitteln gejagt werden. Angeblich sind die Seelenlosen gefährlich, aber dies wollen die Saiwalo den Menschen nur Glauben machen. Auch Tavi ist eine Seelenlose - sie ist eine Phoenix. In diese Hintergrund-Story packt Frau Karschnick nun eine Mordserie. Soweit sogut.
Ehrlich gesagt, weiß ich auch gar nicht, was ich sonst noch zur Handlung sagen könnte. Anfangs erhält man als Leser einfach zu viele Infos und wird gleich in das Geschehen hinein geworfen. Bei einigen Büchern tut es nicht weh, im Gegenteil - es erhöht die Spannung. Aber hier ist es kontraproduktiv. Dem Leser werden die Zusammenhänge nicht erklärt und bei der Hälfte des Buches wurde mir bewusst, dass mir immer noch einiges zum Begreifen fehlt. Es muss nicht immer alles sofort erläutert werden, nein, aber man will sich schon darüber bewusst werden, was man da eigentlich liest - was der Zweck, der Beweggrund dahinter sind. Dann verkraftet man auch mal, dass der Autor einem etwas vorenthält. Das ging mir hier leider nicht so.



Leon und Tavi sind die beiden Hauptcharaktere.
Tavi ist schon jahrhundertelang eine Phoenix, dazu verdammt unsterblich zu sein und nach jedem Tod wieder aufzuerstehen. Ihr langes Leben ist von Schmerz und Verlust geprägt, einzig ihr Zieh-Sohn Nathan ist ihr ein Lichtblick in der dunklen Welt. Tavi ist eine Kämpfernatur. Sie lässt sich nicht unterkriegen und steht für das Richtige ein. Als sie herausfindet, dass die Morde anscheinend etwas mit ihr zu tun haben, ist die noch so starke Tavi total erschüttert. Hilfe findet sie nur bei einem Menschen - ausgerechnet.
Leon ist Mitarbeiter bei der Kontinentalarmee und daher automatisch Untergebener der mächtigen Saiwalo. Er verrichtet streng seinen Dienst und hinterfragt nichts. Er wird auf die Mordfälle angesetzt und steht dabei Tavi gegenüber. Ausgerechnet eine Seelenlose soll ihm bei den Ermittlungen helfen können. Das gefällt dem arroganten Leon, der eigentlich Seelenlose jagen sollte, gar nicht. Leon wird eher als Unsympath dargestellt. Nur sein Job ist ihm wichtig. Er wirkt oberflächlich und eingebildet. Er kann sich aber sehr gut verstellen, denn Tavi vertraut ihm bald blind.
Der Perspektivwechsel zwischen Leon und Tavi ist erfrischend. Frau Karschnick lässt den Leser an der Vergangenheit und den Gedanken der beiden Charaktere teilhaben. So kann man die unterschiedlichen Betrachtungsweisen und bald auch die Gefühle der beiden Charaktere zueinander miterleben.



Das Buch ist im Wechsel zwischen Tavi und Leon geschrieben. So erhält der Leser zwei unterschiedliche Betrachtungen auf die Geschichte und teilweise auch auf gleiche Situationen. Es ist sehr interessant mit anzusehen, wie verschieden doch die Gedanken und Empfindungen sind.
Die Autorin hat einen sehr einfachen Schreibstil mit einem schnörkellosen, unkomplizierten und sehr simplen Ausdruck. Stellenweise packt sie ansprechende Metaphern hinein.



Einige Dinge kommen am Ende etwas unerwartet und ich weiß noch nicht so richtig, ob sie mir gefallen.
Ein paar Fragen wurden schlussendlich geklärt, aber es bleiben am Ende auch immer noch einige offen. Außerdem schafft gerade das Ende neue Fragen, die hoffentlich im nächsten Band aufgelöst werden können.



Der Perspektivwechsel zwischen den Charakteren ist erfrischend. Aber die Story hat mich durch fehlende Hintergrundinformationen nicht vollständig überzeugt.
3 1/2 von 5 Isis'


1. Phoenix - Tochter der Asche
2. Phoenix - Erbe des Feuers => Rezension
3. Phoenix - Kinder der Glut => Rezension


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Kommentare:

  1. Huhu Steffi,
    *hihihi* Gerade die offenen Fragen fand ich klasse - die machten mich so richtig neugierig auf die nächsten Bände.
    Liebe Grüße
    Elena

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    Antworten
    1. Hallo Elena,

      daran sieht man wieder einmal, wie unterschiedlich Meinungen doch sind. ^^ Mich hat es total genervt, nicht zu wissen, was da Sache ist. Hoffen wir mal, dass es in den Folgebänden aufgelöst wird. :)

      LG Steffi

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  2. Huhu Steffi,

    O.K. diesen Mehrteiler behalte ich gerne mal im Auge! Danke für den Tipp.

    LG..Karin..

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