Mittwoch, 6. Juli 2016

[Rezension] M. H. Steinmetz - The Wild Hunt

"Die wilde Jagd hat begonnen, das läuft hier. Sie wird vor nichts Halt machen und alles zermalmen, was sich ihr in den Weg stellt. Wie ein riesiges, unersättliches Monster." Zitat S. 108

Ein Serienkiller treibt in Louisiana sein Unwesen. Er überfällt Reisende und verschleppt sie in das Sumpfland des Atchafalaya Wildlife Refuge.
Als Sues Familie in die Fänge des Killers gerät, muss sie mit ansehen, wie ihre Familie brutal ermordet wird. Sie selbst kann in ihrer Not gerade noch in die Sümpfe entkommen.
Die Jagd auf den Serienkiller beginnt, dessen Morde mit einer Blutfehde zusammenhängen, die bis in die Zeit der amerikanischen Revolution zurückreicht.
Doch in den Sümpfen lauert noch etwas weitaus gefährlicheres als der Killer. Es ist kompromisslos, tödlich und absolut böse!



Das ganze Buch versprüht ein Flair wie alte Gruselgeschichten am Lagerfeuer. Dabei lässt Herr Steinmetz den Leser eine ganze Weile im Dunkeln tappen und man hat bis zur Hälfte des Buches lediglich eine Ahnung, in welche Richtung der Plot geht. Es ist natürlich keine ausgefallene Geschichte, denn die Phantasiewesen, um die es hier geht, wurden so oder so ähnlich schon hundertfach in Büchern behandelt. Leider gehören diese Wesen nicht zu meinen Lieblingsgestalten in der Fantasy-Welt. Das könnte einer der Gründe dafür sein, warum mir in "The Wild Hunt" das Soggefühl fehlt. Ein weiterer Grund ist der irreführende Klappentext. Denn um den angepriesenen Serienkiller geht es nur am Anfang und er spielt lediglich eine unbedeutende Nebenrolle. Schade, das hätte man sicher auch geschickt miteinander verknüpfen können.



Ungewöhnlich ist hier, dass es keinen Hauptcharakter gibt. Zumindest kann ich dem Buch keinen zuordnen. Alle Charaktere sind sehr oberflächlich angerissen und es fehlt der Tiefgang. Auch die Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften wirken auf mich stellenweise etwas unrealistisch und aufgesetzt. Alle Figuren strahlen etwas unliebsames aus, mit niemandem konnte ich warm werden.
Der Leser erlebt hier 2 Parteien, die sich auf gewisse Art und Weise bekriegen. Bis zum Ende ist wirklich schwer zu erkennen, wer hier eigentlich "der Böse" ist. Das ist wirklich raffiniert. Man muss sich als Leser eben einfach sein eigenes Bild machen. Bei mir wechselt die Sympathie daher von einer Partei zur anderen und zurück. Unglaubwürdig finde ich in dem Zuge, dass beide Fraktionen ihren Opfern bereitwillig ihre Geschichte erzählen.



Die Kapitel sind intelligent miteinander verknüpft und geben einen guten Rundum-Blick. 
Was ich hingegen gar nicht mag und was der Autor sehr gern als Erzählperspektive verwendet, ist die personale Multiperspektive, allerdings INNERHALB der Kapitel. Beginnt das Kapitel mit Nick, endet es mit Sue und mittendrin wechselt es auch noch zwischen einzelnen Protagonisten. Für mich ist dies einfach verwirrend und ich fände es verständlicher, wenn es innerhalb eines Kapitels bei einer Person bliebe.
Außerdem habe ich unglaublich viele Rechtschreibfehler entdeckt, die das Lesen stellenweise enervierend machen. Sicherlich auch ein Verschulden des Verlages.
Leider hatte ich die ganze Zeit über das Gefühl, dass der Autor nicht hinter der Geschichte steht und nicht mit Begeisterung dabei ist, wie z.B. bei seinem Werk "666 - Hell's Abyss". Sehr schade.



Das Ende kommt für mich in dieser Art nicht unerwartet und mutet stellenweise fast schon klischeehaft an. Ich weiß nicht, was ich mir vorgestellt habe, aber das so auf jeden Fall nicht. Trotzdem ist ein kleines Happy End dabei.



Das Flair von alten Gruselgeschichten am Lagerfeuer wird leider durch oberflächliche Charaktere und viele Rechtschreibfehler getrübt. Auch fühlt es sich so an, als fehlte dem Autor die nötige Begeisterung für sein Werk.
2 1/2 von 5 Isis'



Ich bedanke mich ganz herzlich beim papierverzierer Verlag für das Rezensionsexemplar.


Hier kaufen: The Wild Hunt: Horrorthriller



Kommentare:

  1. Hi :-)
    Dad hört sich ja gar nicht gut an und das so kurz bevor ich mit "666" starte! :'(

    Rechtschreibfehler können ja mal vorkommen, aber nicht in dem Ausmaß. Jetzt bin ich umso mehr auf das Buch gespannt und werde mal drauf achten!

    Liebe grüsse
    Jessi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu,

      Schreibfehler ja, wenn Du 666 liest achte mal auf das ....rorschachartge Muster..bitte augenzwickern..


      LG..Karin...

      Löschen
    2. Huhu, :)

      bei "666" war es nicht so stark ausgeprägt wie bei diesem Werk hier. Vermutlich, weil 666 schon länger auf dem Markt ist und schon einige Fehler ausgemerzt werden konnten.

      Liebe Grüße
      Steffi

      Löschen
  2. Liebe Steffi,

    das ist ja schade, klingt der Klappentext doch eigentlich ziemlich vielversprechend...

    LG Jill <3

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Jill,

      ja, das klingt er. Daher dachte ich auch, es wäre etwas für mich. Leider ist der Klappentext eher irreführend.

      LG Steffi

      Löschen
  3. Hi Steffi,

    Du schreibst: "die personale Multiperspektive". Ja. Genau. Ich habe das Buch nämlich nicht zu Ende gelesen, konnte aber nie genau sagen, warum.

    Das war es aber genau!

    Danke für die Erleuchtung.:-)
    L.G.
    Anton

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Anton,

      ja, manchmal hat man das Gefühl, es ist der Wurm drin, aber man kann einfach nicht in Worte fassen, woran das liegt. Ich musste hierbei auch erst einmal überlegen, WAS GENAU mich denn stört. Irgendwann kam ich dann darauf. :) Falls ich also irgendwann mal selbst schreiben sollte, werde ich tunlichst darauf achten, keine Prota-Sprünge zu machen. ;-) Das wirkt einfach viel zu unruhig.

      LG Steffi

      Löschen

Ich freue mich über eure Kommentare!

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Meine aktuellsten Rezensionen