Freitag, 12. August 2016

[Kurzmeinung] Chris Weitz - Young World - Nach dem Ende

"Wir quetschen alles, was wir können, in uns hinein und aus uns heraus, Nahrung und Empfindungen, aber letztendlich sind wir nicht mehr als Marionetten aus Fleisch und Blut, die an den Fäden unserer DNA zappeln. " Zitat S. 229

Nachdem eine mysteriöse Krankheit alle Erwachsenen ausgelöscht hat, übernehmen Teenager das Kommando. In Manhattan organisieren sie sich in Clans. Donna und Jeff vom Washington Square Clan wagen sich auf die riskante Suche nach einem Gegenmittel. Gerade als sie zusammen mit einigen Freunden an ein Antiserum gelangen, wird die Clique getrennt. Jeff kehrt nach New York zurück, während es Donna nach England verschlägt. Dort wird sie vom britischen Geheimdienst immer wieder zu den Ereignissen kurz vor der Krise befragt. Und erst fast zu spät begreift sie: dort wo Jefferson ist, mitten in New York, liegt der Schlüssel zu einer noch viel größeren Bedrohung, als die Krankheit es jemals war.



Im Vorgängerband hat der Leser mit den Jugendlichen Donna und Jeff bereits viel erlebt. Und gerade das Ende hat vieles offen gelassen, sodass ich neugierig der Fortsetzung entgegen gesehen habe.

Da Herr Weitz zum Ende des 1. Bandes ein gewisses Tempo vorgelegt hat, musste er dieses erst einmal halten. Nachdem die Fortsetzung aber dramatisch gestartet ist, flacht die Spannung rapide ab und die Story dümpelt bis zum Schluss nett vor sich hin.

Man erlebt die Geschehnisse vorrangig aus den Augen von Donna und Jeff. Die Kapitel sind im Wechsel geschrieben und mit dem Namen des aktuell Berichtenden überschrieben. Viel häufiger als im Vorgängerband kommen nun auch andere Protagonisten zu Wort. Was ich persönlich sehr toll und erfrischend finde, ist, dass der Autor jeden Charakter mit einer eigenen Ausdrucksweise und einem eigenen Erzählstil darstellt. Die sich voneinander unterscheidenden Schriftarten und der ungleiche Satzbau untermauern dies noch. So wirkt jeder Protagonist einzigartig und auch authentisch.
Allerdings habe ich das Gefühl, dass sich die Jugendlichen im Vergleich zu Band 1 extrem weiterentwickelt haben. Was aber wegen des nahtlosen Übergangs einfach nicht sein kann. Sie denken für meinen Geschmack einfach viel zu sehr wie Erwachsene und sind zu intelligent und welterfahren für Jugendliche. Hier hätte ich mir mehr Einheitlichkeit gewünscht.

Leider wird es erst am Ende richtig fesselnd. Das hat bei mir den Eindruck erweckt, als möchte der Autor damit einfach nur sicher gehen, dass seine Leserschaft am Ball bleibt und die Fortsetzung kauft. Im Sinne von: "Schaut her, ich kann es doch spannend!" Vielleicht ist der 2. Teil aber auch von vornherein mehr als erklärender Band vorgesehen gewesen und sollte gar nicht so mitreißend sein. Da ich den Schreibstil von Herrn Weitz und die Hintergrundgeschichte aber mag, werde ich sicher auch noch die Fortsetzung um Donna und Jeff lesen.


1. Young World, Die Clans von New York
2. Young World, Nach dem Ende -> Rezension





Kommentare:

  1. Hi ;)
    Ich wusste gar nicht, dass die Fortsetzung schon erschienen ist. De ersten Band habe ich trotz kleiner Mankos echt gerne gelesen! ;) War halt aber ein wenig typisch das Endzeitszenario! Ich glaub, ich lese in den zweiten Band mal rein! :D

    Liebe GRüße
    Jessi

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    1. Hi Jessi,

      wenn dir Band 1 zu sehr typisch Endzeit war, könnte dich Band 2 vielleicht überzeugen. Der handelt eher von der Hintergrundgeschichte und spielt nicht zu sehr im Endzeitszenario. Ich will jetzt aber auch nicht zu doll spoilern... ;-) Aber so viel sei verraten.
      Du kannst es ja mal versuchen!

      Liebe Grüße
      Steffi

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