Freitag, 16. September 2016

[Rezension] Danielle Vega - Survive the Night

"Doch meine Dankbarkeit steckt mitten in einem wirren Knäuel aus Entsetzen, Schuldgefühlen und Schock, wie verknotete Halsketten am Boden eines Schmuckkästchens." Zitat S. 261

Wir werden alle sterben ...

Casey hat gerade einen Drogenentzug hinter sich und lässt sich von ihrer Freundin Shana überreden, auf eine der legendären illegalen »Survive the night«-Parties mitzukommen. Die findet in einem stillgelegten U-Bahn-Tunnel statt und die Stimmung ist gigantisch. Bis Julie, ein Mädchen aus ihrer Clique, tot aufgefunden wird. Grausam zugerichtet. Casey, Shana und ihre Freunde sind schockiert. Sie wollen fliehen. Denn der Mörder scheint unter ihnen zu sein. Schon gibt es ein neues Opfer. Die Panik steigt. Wer oder was ist hinter ihnen her? Und wird Casey diese Nacht überleben? 
Ein unfassbar aufwühlender Psycho-Horror-Thriller in bester Stephen King-Tradition! Nervenzerfetzend, überraschend – genial!



Verlassene U-Bahn-Tunnel finde ich per se schon gruselig, daher war das Buch genau das Richtige für mich.
Allerdings wurden zwar die Erwartungen, die ich an den Klappentext hatte, erfüllt, dennoch konnte mich die Geschichte nicht zu 100% überzeugen. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich mir bei der Art der Gefahr etwas Kreativeres vorgestellt habe und bei der Auflösung dann ernüchtert war. Oder daran, dass mir einfach die Erklärung dahinter fehlt. Vermutlich ist es eine Kombination aus beidem.



Das Buch dreht sich um die Protagonistin Casey. Nach einem Unfall lernt sie Shana kennen und freundet sich mit ihr an. Leider gerät sie durch ihre neue Freundin auf die schiefe Bahn muss sich wegen einer Schmerzmittelabhängigkeit einem Entzug unterziehen. Gerade frisch aus dem Entzug entlassen, hat sie nichts besseres zu tun als sich wieder Shana und ihren Freundinnen anzuschließen und stürzt sich mit ihnen in das Partyleben. Auf der Party trifft sie auch auf ihren alten Schwarm Sam. Das Leben hat sie wieder und ihr fällt es sehr schwer, sich anzupassen. Der Entzug nimmt sie noch mit und ihren Exfreund hat sie auch noch nicht verkraftet.
Caseys Drogenabhängigkeit und ihre Gefühle sind sehr präsent. Sie hat Fehler, Ecken und Kanten und dadurch wirkt sie äußerst natürlich und sympathisch auf den Leser.
Auch die anderen Charaktere sind überzeugend dargestellt - sie fühlen sich real und wie echte Persönlichkeiten an, so als hätte man sie alle gerade kennengelernt.



Die Geschichte wird unterbrochen von Rückblicken aus Caseys Vergangenheit. Dadurch kann man sich sehr gut in sie hinein fühlen und versteht auch ihre Freundschaft zu Shana besser.
Die Stimmung im Buch fühlt sich einfach echt an. Die Autorin kann Caseys Gefühle zu Sam, die Party-Stimmung und auch die anschließende Angst unter den Freunden überzeugend transportieren. Ich fühlte mich als wäre ich live dabei.
Das Buch entwickelte einen Sog, sodass ich es einfach nicht zur Seite legen konnte. Gebannt habe ich mitverfolgt, was den Jugendlichen dort unten in den U-Bahntunneln widerfährt. Als mir allerdings klar wurde, was hinter allem steckt, stellte sich bei mir eine leichte Ernüchterung ein und auch der Sog hat sich dadurch verabschiedet.



Die letzten Seiten waren total abgedreht und ich finde, sie geben der Handlung etwas Lächerliches. Schade eigentlich, denn ich denke, Frau Vega wäre durchaus etwas Besseres eingefallen. So kann man im Buch leider eine Abwärtskurve beobachten, die mit dem Schluss ihren Tiefpunkt erreicht hat.



Anfangs hat mich die Geschichte noch überzeugt und mit ihren natürlich Charakteren und der authentisch transportierten Stimmung einen unglaublichen Sog erzeugt. Mit Auflösung "der Gefahr" sinkt das Interesse rapide und findet im Ende seinen Tiefpunkt.
4 von 4 Isis'



Ich bedanke mich ganz herzlich beim Gulliver Verlag von Beltz & Gelberg und Blogg dein Buch  für das Rezensionsexemplar.


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Kommentare:

  1. Hallo und guten Tag,

    irgendwie scheint das mit dem englischen Titel zur Zeit echt ein Trend zu sein oder?

    Books of Lies oder To all the boys I’ve loved before sind noch zwei weitere Bücher, wo mir das Aufgefallen ist.

    LG..Karin...

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    1. Hallo Karin,

      ich habe da noch keinen Trend beobachtet, aber es könnte schon sein. Häufig entdeckt man aber auch so Mischungen - deutsch und englischer Titel in einem, z.B. "Fire Girl - Gefährliche Suche" oder "Kill Girl - Tödliches Verlangen". Ich finde rein englische Titel aber auch nicht schlimm. Manchmal finde ich die deutsch übersetzten Titel nicht schön bzw. nicht ganz aussagekräftig oder passend.

      Liebste Grüße
      Steffi

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  2. Hi Steffi,

    jetzt hast du es auch gelesen und ich stimme dir zu. Das Buch lässt echt stark nach und ich finde, die Auflösung kann man heutzutage in Büchern gar nicht mehr bringen. Da ist Enttäuschung vorprogrammiert! ;(

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Huhu Liebes!
      Ja, ich vermute Danielle hat da irgendeine Horror-Geschichte, die sie schon seit ihrer Kindheit im Kopf hatte (sie hat ja schon ziemlich früh Steven King gelesen), verwirklicht. Zumindest beim Ende hat sie sich damit keinen Gefallen getan.
      Ihr sonstiger Stil hat mir aber richtig gut gefallen.

      Liebe Grüße
      Steffi

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  3. Huhu,

    oh wie schade, dass das Buch so schlecht endet. So was ruiniert es immer ....

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    1. Huhu Sonja,

      ja, so ein Ende kann echt viel anrichten. Auch im positiven Sinne. Vielleicht hätte sich die Autorin vor Veröffentlichung über das Ende nochmal Gedanken machen sollen. Der Rest war nämlich echt gut.

      LG Steffi

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