Montag, 31. Oktober 2016

[Rezension] Jonathan L. Howard - Carter & Lovecraft: Das Erbe

" Er konnte ja schlecht jemandem eine Waffe unter die Nase halten, nur weil er ein Idiot war - dann käme er kaum dazu, die Pistole wegzustecken -..." Zitat S. 52

Daniel Carter war früher bei der Mordkommission, aber sein letzter Fall – die Jagd nach einem Serienmörder – ging auf seltsamste Weise schief und verleidete ihm den Beruf. Nun ist er ein Privatdetektiv, der ein ruhiges Leben zu führen versucht. Doch das Verrückte ist noch nicht fertig mit ihm.
Zuerst erbt er einen Buchladen in Providence von jemandem, von dem er noch nie gehört hat, zusammen mit einer mürrischen Buchhändlerin, die keinen neuen Chef will: Emily Lovecraft, die letzte bekannte Nachfahrin von H. P. Lovecraft, den Autor aus Providence, der Geschichten über die Großen Alten und Älteren Götter erzählte – Kreaturen und Wesen, die über den Verstand des Menschen hinausgehen.
Plötzlich beginnen Leute auf unmöglichste Art und Weise zu sterben, und obwohl Carter nichts damit zu tun haben möchte, beginnt er zu vermuten, dass jemand anders eben das will. Während Carter widerwillig zu ermitteln beginnt, entdeckt er, dass H. P. Lovecrafts Geschichten mehr als nur Fiktion waren, und er muss ein weiteres unerwartetes und ungleich unerwünschteres Erbe antreten.



Das Cover ist ein echter Hingucker. Tentakel eines riesigen Kraken kommen aus dem Meer, wirken bedrohlich und bilden das "&" zwischen Carter und Lovecraft. Sehr raffiniert. Da mit diesem Buch teilweise H.P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos verwoben wird, passt die Frontseite super.



Daniel Carter ist der Hauptprotagonist in unserer Geschichte. Da er den Selbstmord seines Kollegen nicht verkraftet, kündigt er in der Mordkommission und wird zum Privatermittler. Noch nicht lange im Geschäft wird ein Erbe an ihn heran getragen, das er übernehmen soll. Er ist von nun an stolzer Besitzer einer Buchhandlung in Providence, obwohl er den Verstorbenen nicht gekannt hat. Er hat auch nicht damit gerechnet, dass der Buchladen noch von der Angestellten Emily Lovecraft geführt wird. Doch das ist sein kleinstes Problem: Kaum in Providence angekommen, geschieht der 1. Mord.

Emily Lovecraft ist Angestellte in der Buchhandlung von ihrem Onkel Alfred Hill. Als dieser spurlos verschwindet, führt sie das Geschäft einfach weiter, so wie ihr Onkel dies getan hätte. Eines Tages steht Carter vor ihrer Tür und behauptet, er hätte das Geschäft geerbt, weil Hill nun für tot erklärt wurde. Carter lässt ihr aber die Buchhandlung und macht sie zur Miteigentümerin. Soweit so gut - wären da nicht die Mordfälle, in die sie durch Carter unweigerlich mit hinein gezogen wird und die scheinbar etwas mit ihrem Vorfahren H.P. Lovecraft zu tun haben.

Carter wird in der 3. Person dargestellt. Dadurch entsteht ein distanziertes Verhältnis zum Leser. Er ist zwar nett, aber nicht herausragend. Ich würde ihn als grundsoliden, glatten Protagonisten ohne Ecken und Kanten bezeichnen.
Lovecraft wirkt auf mich eher gezwungen tough. Sie erscheint nicht echt oder glaubwürdig. Schade, aus den Charakteren hätte der Autor mehr machen können.



Die Geschichte klingt zunächst recht simpel und beginnt auch einleuchtend. Mit der Zeit wird sie immer komplexer und sogar physikalische Gesetzmäßigkeiten werden angerissen. Da es aber immer verwirrender wird, schwirrt einem als Leser irgendwann der Kopf. Das Buch beschäftigt sich im letzten Drittel viel mit schwer verständlichen Erklärungen. Dadurch plätschert die Story vor sich hin, was wiederum die Spannung trübt. Die Idee dahinter erscheint mir zwar einfallsreich, aber sie wird unzureichend transportiert und erklärt.



Neben den Erlebnissen von Carter, gibt es noch parallele Erzählstränge anderer Protagonisten. So werden dem Leser die nötigen Zusatzinformationen geliefert, damit die Geschichte rund wird.
Der Schreibstil ist nüchtern und trocken ohne verschönernde Stilelemente. Die Darstellung ist interessant und passt auch ganz gut zu dem Charakter eines Privatermittlers.
Gut gefallen hat mir außerdem der schwarze Humor, mit dem der Leser unterhalten wird.



Die Entwicklung am Ende ist wirklich überraschend. Sobald man denkt, die Verwirrung ist komplett, folgt die Auflösung und plötzlich ergibt alles einen Sinn. Über eine Fortsetzung ist mir noch nichts bekannt, ich könnte mir eine solche aber durchaus vorstellen.



Die Charaktere wirken distanziert und die Geschichte ist stellenweise einfach nur verwirrend. Dennoch kann mich Herr Howard aufgrund seines Schreibstils überzeugen, noch mehr aus seiner Feder zu lesen.
3 1/2 von 5 Isis'



Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag Cross Cult und LovelyBooks für die Organisation einer Leserunde und das Rezensionsexemplar.


Hier kaufen: Carter & Lovecraft: Das Erbe



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