Donnerstag, 17. November 2016

[Rezension] Paige McKenzie - Sunshine Girl - Die Heimsuchung

"Metaphorisch gesprochen - und vielleicht ja auch im wahrsten Sinne des Wortes - werden die Schnitte von nun an nur immer tiefer werden." Zitat S. 118

Kurz nach ihrem sechzehnten Geburtstag zieht Sunshine mit ihrer Mutter Kat vom sonnigen Texas ins verregnete Washington. Obwohl Sunshine adoptiert ist verbindet sie mit ihrer Mutter ein besonders enges Band – sie ist ihre beste Freundin und engste Vertraute. Doch von dem Moment an, in dem die beiden in ihr neues Haus gezogen sind, weiß Sunshine, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist.

Die Welt ist dunkler und kälter geworden und auch wenn ihre Mutter Kat, die voll und ganz von ihrem neuen Job im Krankenhaus in Beschlag genommen ist, es nicht wahrhaben will: Etwas an ihrem neuen Zuhause fühlt sich einfach nur gruselig an. Und die Dinge werden immer merkwürdiger: Türen schließen sich von selbst, kalter Wind zieht durch geschlossene Fenster, nachts hört Sunshine Lachen und Seufzen – doch niemand glaubt ihr. Ihre Mutter und selbst ihre beste Freundin in Texas vermuten einfach nur einen schlimmen Fall von Heimweh.

Als die Geister immer bedrohlicher werden und Sunshine erkennt, dass Kat in großer Gefahr schwebt, muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen – und ihre Mutter vor einem Schicksal bewahren, dass schlimmer ist als der Tod.



Sunshine zieht mit ihrer Mutter nach Ridgemont, weil diese dort einen neuen Job gefunden hat. Im neuen Haus angekommen, fühlt sie sich sofort unwohl. Ihr ist ständig kalt und sie hört Geräusche im Haus, die sie bald auf eine geisterhafte Präsenz schiebt. Niemand glaubt ihr, dass ein Geist in ihrem Haus lebt - bis auf ihr Klassenkamerad Nolan. Er hilft ihr sogar bei der Recherche und nimmt sie ernst. Zusammen kommen sie hinter ein großes Geheimnis.
Sunshines Persönlichkeit ist ansprechend und man kauft ihr all ihre Eigenarten ab. Auch die Beziehung zu ihrer Mutter fühlt sich echt an und man spürt ihre Liebe zu ihr.



Zur Handlung muss man eigentlich nicht viel sagen, denn der Klappentext verrät bereits genug. Ich mag Gruselgeschichten, die einem Gänsehaut über die Gliedmaßen schicken. Und dieser Mystery-Roman schafft dies auf jeden Fall. Von daher: Pluspunkt für die Story und die Umsetzung des Grusels
Als großes Extra zu den Schauergefühlen packt die Autorin noch eine überzeugende Hintergrundgeschichte hinein.



Der Schreibstil ist anfangs gewöhnungbedürftig, denn er ist teeniemäßig, etwas unreif und wirkt dadurch unharmonisch. Dazu passt natürlich, dass Paige McKenzie 16 Jahre alt ist und über eine 16-Jährige (Sunshine) schreibt. Ich frage mich allerdings, ob sie bewusst so schreibt oder ob sie es nicht anders kann. Das werden wohl nur weitere Werke von ihr zeigen.
Sunshine ist der Ich-Erzähler und die Geschichte ist in der Gegenwart geschrieben. Stellenweise wirkt es wie eine Tagebuch-Aufzeichnung und das finde ich ansprechend.
Neugierig machen Kapitel-Einschübe von einer unbekannten Person, die Sunshine beobachtet.
Was die Autorin sehr gut kann, ist es mit der Gänsehaut und der unterschwelligen Angst des Lesers zu spielen. Sehr häufig habe ich das Schaudern bekommen, sodass ich mich gut in Sunshine hinein fühlen konnte.



Im "Endkampf" hatte es Sunshine für meinen Geschmack viel zu leicht und daher war ihr Erfolg für mich nicht glaubhaft. Außerdem hätte ich mir für den großen Showdown mehr Grusel gewünscht. Der fehlte hier leider völlig.
Trotzdem möchte ich gern erfahren, wie es um Sunshine weiter geht und was sie fortan erlebt. Der Plot insgesamt hat mich nämlich überzeugt.



Die Hintergrundgeschichte und der geschickt eingebaute Grusel sind überzeugend. An den jugendlichen Schreibstil muss man sich allerdings erst gewöhnen und auch das Ende hätte noch etwas schauriger sein können.
3 1/2 von 5 Isis'


1. Sunshine Girl - Die Heimsuchung
2. Sunshine Girl - Das Erwachen


Ich bedanke mich ganz herzlich beim bloomoon Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar.





Kommentare:

  1. Hallo Steffi,

    das Buch habe ich schon länger im Blick, du weißt ja, dass ich Gruselgeschichten mag. Deine Kritikpunkte habe ich auch in anderen Rezensionen bemerkt, die lassen mich doch etwas zögern.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hallo liebe Nicole,

      wenn du auf Gruselgeschichten stehst, kommst du damit auf jeden Fall nicht zu kurz. Nur ein paar kleine Fehler musst du verzeihen können, dann könnte es dir gefallen. So denke ich jedenfalls. :)

      Liebe Grüße
      Steffi

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  2. Hi Steffi, das Buch habe ich mal bei Amazon gesehen, war mir aber ein wenig unsicher! Es klingt doch wie so ein typischer teeniegruselroman! Mir wäre es hier vielleicht zu jugendlich um echten Horror zu empfinden!

    Liebe Grüsse
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      du hast Recht. Es IST ein Teenie-Gruselroman und an einigen Stellen hat mir einfach der richtig echte Horror gefehlt. Da das Buch auch für die Jugend geeignet ist, ist der Grusel eher seicht gehalten.

      Liebe Grüße
      Steffi

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Ich freue mich über eure Kommentare!

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