Dienstag, 21. Februar 2017

[Rezension] Robert Repino - MORT(E)

"Sie hatte gehofft, dass die Menschen sie überraschten und eine Kapazität zeigten, die sie erst noch ergründen musste, etwas, das sie zu würdigen Gegnern machte. Aber sie blieben bloß sprechende Affen, eine unglückliche Anomalie, die die Eleganz des Tierreichs befleckte und die gesamte Welt verschlechterte." Zitat S. 39

Der »Krieg ohne Namen« hat begonnen, und sein Ziel besteht darin, die Menschheit auszurotten. Eingefädelt wurde er von der Kolonie, einer Rasse intelligenter Ameisen, die über Jahrtausende hinweg heimlich eine Armee aufgebaut haben, um die menschlichen Zerstörer und Unterdrücker für immer von der Erde zu tilgen. 
Unter den wachsamen Augen der Kolonie soll eine Utopie frei vom Hang der Menschen zu Gewalt, Ausbeutung und religiösem Aberglauben entstehen. In einem letzten Schritt ihrer Kriegshandlungen verwandelt die Kolonie die Tierwelt auf der Erde in zu Höchstleistungen fähige Zweibeiner, die sich erheben und ihre Herren vernichten sollen.

Mort(e), ein ehemaliger Hauskater, der zum Kriegshelden avancierte, ist berüchtigt dafür, die gefährlichsten Aufträge anzunehmen und gegen die gefürchtete menschliche Biowaffe EMSAH anzukämpfen. Was ihn jedoch tatsächlich zu derartigem Draufgängertum treibt, ist seine andauernde Suche nach jemandem, mit dem er vor der Verwandlung befreundet gewesen war: der Hündin Sheba.
Als er die Nachricht erhält, dass Sheba noch am Leben sein soll, tritt er eine Reise an, die ihn von den verbliebenen menschlichen Festungen ins Herz der Kolonie führt, wo er von den Ursprüngen von EMSAH und dem endgültigen Los aller Lebewesen der Erde erfahren wird.



Sebastian, unserer Hauptprotagonist, war einst ein Hauskater bis er durch die Hormone der Ameisenkönigin aufsteigt und damit nahezu menschliche Gestalt annimmt - wie jedes Tier auf der Erde. Sebastian ist einsam und versteht nicht, was vor sich geht. Er vermisst seine Hunde-Freundin Sheba, die nach der "Verwandlung" verschwunden ist. Sein ganzer Weg ist nur von der Suche nach ihr gezeichnet.
Wie würde sich eine Katze verhalten, wenn sie vermenschlicht wird? Der Autor stellt Sebastian, der nach der Verwandlung nur noch Mort(e) heißt, als kühlen und emotionslosen Charakter dar. Auch, wenn Mort(e) eher distanziert erscheint, was durch die trockene Schreibweise noch unterstützt wird, kann Herr Repino dennoch die Gefühle des Katers übermitteln. Wobei hier einzig die Gefühle zu Sheba existieren. Ansonsten ist Mort(e) innerlich tot. Leider fehlt dadurch auch eine Identifikation mit ihm. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich es gut oder schlecht finde: Der Charakter ist überaus überzeugend getroffen, leider wird das Zugehörigkeitsgefühl zum Kater in Mitleidenschaft gezogen.



Die Handlung ist teilweise schwer verständlich, weil Informationen zum besseren Verständnis fehlen. Der Autor erklärt zu wenig, und wenn er es erklärt, dann unglaublich kompliziert und umständlich. 
Die Geschichte ist komplett verrückt und sehr abwegig, daher konnte ich mich auf den Plot schwer einlassen. 
Auch mit dem religiösen Input, der im letzten Drittel sehr viel Raum einnimmt, konnte ich nichts anfangen.



Der Erzählstil ist durchweg abgehackt und meiner Ansicht nach passend für eine denkende Katze (siehe "Charaktere"). Leider ist er aber auch trocken, nüchtern, distanziert und häufig emotionslos. Dadurch liest sich alles etwas fade und man schweift mit den Gedanken zu häufig ab.
Pluspunkt ist, dass die Stimmung überzeugend bedrückend und bedrohlich dargestellt ist. Man hat die ganze Zeit über ein beklemmendes Gefühl.



Das Ende ergibt eine runde Sache und passt gut in den Plot.



Der Charakter Mort(e) wird zwar sehr distanziert dargestellt, überzeugt aber irgendwie doch, auch wenn die Identifikation fehlt. Der Rest ist leider nur trocken und fade mit einer verrückten Idee, die schwer verständlich ist und auf die ich mich schwer einlassen konnte.
3 von 5 Isis'



Ich bedanke mich ganz herzlich beim Luzifer-Verlag für das Rezensionsexemplar.


Hier kaufen: MORT(E): Fantasy-Thriller  



Kommentare:

  1. Huhu,

    irgendwie eine lustige, aber auch sehr gruselige Vorstellung wenn Ameisen, die Strippenzieher im Hintergrund sind und alles mögliche verwandeln können oder?

    LG...Karin...

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    1. Huhu Karin,

      ja, du triffst es ganz genau. Lustig, aber vor allem gruselig. Aber die Idee ist so abwegig, dass ich es schlichtweg nicht ganz ernst nehmen konnte. ;)

      LG Steffi

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