Mittwoch, 29. März 2017

[Rezension] Michael G. Spitzer - Die letzte Melderin: II. Die Melderin


Dan hat ihre Flucht schwer verletzt überlebt und findet zusammen mit Jonas Zuflucht in einer verlassenen Hütte. Als sie begreift, dass sie sich nicht ewig verstecken kann, hilft ihr Mick, sich der Regierung einigermaßen gefahrlos zu offenbaren. 
Sehr schnell erkennt Dan, dass ihre Erlebnisse nur die Spitze eines Eisbergs der politischen Machenschaften im restlichen Europa sind. Sie muss Entscheidungen treffen, die teilweise weit über ihr eigenes Leben hinausgehen und sich Menschen anvertrauen, denen sie nicht vertrauen kann.



Achtung, dies ist der 2. Band - die Rezension könnte Spoiler enthalten!


Nach der Flucht aus ihrer Siedlung taucht Dan mit Jonas und Mick in einer kleiner Hütte mitten im Nirgendwo von Europa unter. Dan braucht ihre Zeit, um das Erlebte in der Siedlung zu verkraften, vor allem da sie auch für den Tod einiger Menschen verantwortlich ist. Jonas ist ihr dabei eine große Hilfe - wohingegen sie sich immer weiter von Mick, ihrer alten Jugendliebe, entfernt. Ihr wird eine große Aufgabe zuteil: Einige Mitglieder der Regierung planen etwas Großes und sie muss es verhindern, bevor ein Unglück geschieht. Bereits während der Zeit in der Siedlung hat sie eine ungefähre Ahnung über die Ausmaße bekommen, aber die Auswirkungen sind bedeutender als sie ahnt.
Dan besitzt eine unglaubliche Gefühlstiefe, die es dem Leser sehr gut ermöglicht, sich in sie hineinzuversetzen. Mit ihrer impulsiven und unbeherrschten Art, die nicht recht zu ihr passen will, schießt sie zwar manchmal etwas quer,  aber diese Charaktereigenschaft bringt sie bei ihren Plänen voran.
Dans Rolle erscheint mir zu perfekt. Warum soll ausgerechnet sie alles verändern? Warum nicht jemand Stärkeres, jemand mit mehr Einfluss? Was ist an ihr besonders? Und keiner ihrer Sympathisanten nimmt selbst etwas in die Hand - alle geben die Verantwortung an sie ab. Das erscheint mir doch sehr unrealistisch.  Außerdem kann ich nicht recht nachempfinden, warum alle nach ihrer Pfeife tanzen. In ihre Rolle als "Anführerin" ist sie eher durch Glück als Können hinein geraten und sie hatte obendrein immer Hilfe, musste nichts allein bewältigen. Dennoch sehen alle zu diesem noch unerfahrenen Mädchen auf, als wäre sie der neue Messias. Sie wird für meinen Geschmack viel zu schnell glorifiziert und empor gehoben und erhält eine Rolle, die ich ihr nicht abkaufen kann.



Mit Beginn des 2. Bandes ist man sofort wieder im Geschehen drin. Der Autor macht es dem Leser leicht, wieder hineinzufinden. Es kommen außerdem ein paar Dinge ans Licht, die sich im 1. Teil nur angedeutet haben und machen somit aus der Story etwas Rundes.



Die Dialoge sind durchweg authentisch. Dennoch waren es für meinen Geschmack zu viele Dialoge und innere Monologe und Gedanken. Die Handlung kommt nur schleppend voran, weil sich Herr Spitzer zu sehr auf Dans Gefühle fokussiert. Die Spannung wird dadurch leider ebenso getrübt.
Doch auch, wenn die Spannung über weite Teile fehlt, liest sich die Geschichte dennoch flüssig.



Die Dramatik zieht zum Ende etwas an. Es gibt ein paar unerwartete Wendungen, die mich neugierig weiteren Entwicklungen entgegen sehen lassen. Das Ende ist nervenaufreibend mit einem wirklich, wirklich fiesen Cliffhanger.



Die Charakterdarstellung der Hauptprotagonistin erfolgt mit viel Gefühl, dennoch wird sie aus einem mir unerfindlichen Grund glorifiziert. Die Geschichte ist zwar flüssig, aber die Spannung wird durch lange Monologe getrübt und nur das Ende gibt dem 2. Band wieder etwas Aufwind.
3 von 5 Isis'


I. Die Nachfolge => Rezension
II. Die Melderin


Mein Dank gilt Michael G. Spitzer, der mir den 2. Band zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.


Hier kaufen: Die letzte Melderin II.: Die Melderin  



Kommentare:

  1. Hallo Steffi

    Freut mich, dass dir der zweite Teil die drei Isis" abringen konnte.
    Bin gespannt, wie Band drei auf dich wirkt, wenn er denn mal kommt. Dauert leider (oder Gott sei Dank) noch ein wenig, denn es kann gut sein, dass die "Melderin" verlegt und damit zuvor nochmal gründlich überarbeitet wird.
    Deine Kritikpunkte werden dann sicher mit eingebaut!

    Vielen Dank für diese ehrliche und ausführliche Rezension dieses zweiten Teils meines Erstlings!

    Lieben Gruß

    Micha

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    1. Hallo Micha,

      puh, da bin ich aber froh, dass du nicht allzu enttäuscht bist. Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, als ich die Rezi veröffentlicht habe. :-/ Man will ja ehrlich sein, aber auch dich als Autoren nicht enttäuschen. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf Band 3. :)

      Liebe Grüße
      Steffi

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    2. Hallo Steffi,

      natürlich hätte ich lieber eine 5er-Bewertung, als die 3er gesehen, aber mir ist klar, dass da sicherlich noch die eine oder andere Schwäche in der "Melderin" ist. Ursprünglich war sie nie als Buch geplant, sondern nur als "kleine Geschichte zum Kopf abschalten" für mich selbst.
      Ich will ja für zukünftige Projekte (Ja, ich gehe die "Schreiberei" jetzt professioneller an!) lernen. Deine Anmerkungen hier helfen mir.
      Von daher: Alles gut :)

      Wenn sie wirklich vom Verlag übernommen wird, erhält die "Melderin" auch eine Überarbeitung, die ihr sicher gut tun wird.
      Aus diesem Grund verzögert sich Band 3 auch weiterhin.

      Lieben Gruß
      Micha

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Ich freue mich über eure Kommentare!

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